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NEUSEELAND FÜR BUCH-LIEBHABER

Eine literarische Neuseelandreise in deutscher Sprache

Viel Interesse gab es für die NN-Messe-Broschüre beim Partner MANA-Verlag (Spezialist für Neuseeland, Australien, Südsee) während der Frankfurter Buchmesse (Foto K. Arlt)

Einmal kreuz und quer durch Neuseeland – diesen Traum hegen viele Reiselustige, und nicht wenige unter ihnen erfüllen ihn sich auch. Anderen hingegen ist es letzten Endes doch zu teuer, zu zeitaufwändig oder zu anstrengend, ins vielgepriesene Land auf der anderen Seite des Erdballs aufzubrechen. Was aber, wenn die Sehnsucht trotzdem bleibt ...?

Dann geht man ganz einfach trotzdem auf große Fahrt – und zwar bequem im heimischen Ohrensessel, per armchair travelling. Außer besagter Sitzgelegenheit braucht man dafür nur noch ein wenig Muße und die passenden „Reiseleiter“: Dokumentarfilme, Reiseblogs oder Bildbände zum Beispiel entführen ihre Betrachter an die exotischsten Ziele. Und auf Expedition ganz besonderer Art begibt sich, wer zum Roman oder Kurzgeschichtenband greift, Erzählungen aus dem Land seiner Träume liest und dabei die eigene Fantasie auf eine wahrhaft einzigartige Reise schickt.

Neuseelands literarische Landschaft ist vielfältig, die Autorenszene lebhaft, die Regale der New Zealand section in den Buchläden sind gut gefüllt. Doch auch deutsche Muttersprachler, deren Fremdsprachenkenntnisse den Griff zur Originalausgabe nicht erlauben, können aufbrechen ins Land der langen weißen Wolke – und das nicht erst seit 2012, als Neuseeland Gastland der Frankfurter Buchmesse war und seine dort präsentierten Veröffentlichungen das Interesse hiesiger Verleger auf sich zogen. Schon Jahre zuvor hatte beispielsweise der Unionsverlag Zürich deutsche Übersetzungen der Romane von Patricia Grace im Sortiment, hob der Berliner MANA-Verlag als Spezialist für Bücher aus Down Under seine Belletristik-Sparte aus der Taufe, erschien im Piper-Verlag in München Janet Frames autobiographische Trilogie „Zu den Inseln", „Ein Engel an meiner Tafel" und „Der Gesandte aus der Spiegelstadt" (alle 2006) in deutscher Erstausgabe.

Glücksucher an der Westküste Neuseelands

Emily Perkins könnte dich mitnehmen nach Auckland. Ihr Roman „Die Forrests“ (2012) erzählt die Lebensgeschichte von Dorothy, welche als Siebenjährige mit ihrer Familie aus den USA auswandert. Die neue Heimat Neuseeland erkundet sie mit hellwachen Sinnen, und wer sie dabei begleitet, wird mit außergewöhnlichen Eindrücken vom Land und von seinen Menschen belohnt.

Den Osten der Nordinsel lernt man als Leser Witi Ihimaeras kennen. Der international erfolgreiche Schriftsteller stammt aus Gisborne, und viele seiner Werke spielen im Eastland. Die vertraute Umgebung seiner Kindheit inspirierte ihn nicht zuletzt zur Schaffung des imaginären Ortes Waituhi, Schauplatz gleich mehrerer Erzählungen. Ihimaera schreibt vor dem Hintergrund der Kultur und Lebenswirklichkeit der Maori – so zum Beispiel in „Whalerider“ (2003), der Geschichte des Mädchens Paikea, das in einem Dorf an der Ostküste aufwächst und auf holprigem Weg zu ihrer Bestimmung findet. Ein Auszug aus diesem Roman findet sich neben ausgewählten Kurzgeschichten Ihimaeras auch in „Aroha – Maori-Geschichten aus dem Jadeland“ (1998).

Die raue, widerspenstige West Coast ist gerade der richtige Landstrich, um drei entwurzelte, vom Leben gebeutelte Menschen aufeinander treffen zu lassen, die Lesende symbolisch durch die Untiefen der bikulturellen Gesellschaft Neuseelands führen. Dies tut Keri Hulme in ihrem Roman „Unter dem Tagmond" (1991), der 1985 im englischsprachigen Original mit dem Booker Prize ausgezeichnet wurde.


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Last updated 19 May 2017


Neuseeland schaurig bis gruselig

Auch Kaye Kelly verortet ihre Werke an der Westküste, doch „Jenseits des Flusses“ (2008) und „Der weite Weg zurück“ (2010) sind historische Romane aus der Siedlerzeit. In den 1870er Jahren trotzen der Engländer Henry und seine große Liebe, die Chinesin Mai, gesellschaftlichen Widerständen und persönlichem Schicksal unter Goldgräbern und anderen Glückssuchern in der jungen Nation am Ende der Welt.

Auf die andere Seite der Südinsel geht es mit Paul Cleave. Seine mittlerweile neun Thriller verwandeln Christchurch in einen Ort des Schreckens und sind nichts für Zartbesaitete, umso mehr aber für Liebhaber vielschichtigen literarischen Nervenkitzels. Von den dunklen Machenschaften eines Tatortreinigers in „Der siebte Tod“ (2007) bis zur verschwimmenden Grenze zwischen schauriger Literatur und ebensolcher Wirklichkeit in „Zerschnitten“ (2016) liest sich weltweit eine wachsende Fangemeinde durch Cleaves packende Bestseller.

Zu gruselig? Und überhaupt, du möchtest kreuz und quer durch Neuseeland in nur einem einzigen Buch? Vielleicht, Sofareisender, kommt dir da die Kurzgeschichtensammlung „Ein anderes Land“ (2012) gerade recht. Herausgeber Bill Manhire lässt hier namhafte Autoren zu Wort kommen, die quer durch die vergangenen Jahrzehnte ein Bild Aotearoas fernab gängiger Klischees zeichnen. Maike Brünink