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VERSCHMUTZTE GEWÄSSER SCHOCKIEREND

Neuseeland nicht ganz so "100% Pure"

So “green & clean” wie das gleichnamige Image ist Neuseeland tatsächlich nicht. Eine Studie z.B. über die Wasserqualität zahlreicher Flüsse, Seen und Lagunen in Aotearoa hat schockierende Ergebnisse gebracht: hohe Verschmutzung vor allem durch Kolibakterien und Düngemittel. Umweltminister Nick Smith sagte: "Diese Resultate sind unakzeptabel. Farmer, die Gemeinden und die Regierung müssen handeln!" Tourismus-Experten bezweifeln bereits, ob die zehn Jahre alte, internationale Werbekampagne des Landes, “100% Pure New Zealand”, vor diesem Hintergrund noch weiter haltbar ist.

In einer Studie der Gemeinden Neuseelands wurden über die Sommer der vergangenen zwei Jahre die beliebtesten 300 Badestellen regelmäßig auf ihre Wasserqualität getestet. Nur 58 Prozent aller Gewässer waren wirklich während der gesamten Zeit zum Schwimmen geeignet. Die anderen wiesen mindestens bei fünf Prozent aller Untersuchungen eine erhöhte Anzahl von Abfallstoffen auf. Eine Badestelle erreichte nie die Werte, um als “gesundheitlich unbedenklich” eingestuft zu werden!

Und diese Studie ist gar nicht so neu. Der aktuelle Bericht über die landesweite Qualität der Badestellen weicht in den vergangenen sechs Jahren kaum ab. Acht Prozent aller getesteten Gewässer überstiegen die Gesundheitsnormen bei einhundert Tests mindestens 25 Mal. Dabei hat das Northland die größte Verschmutzung. Fast die Hälfte aller Badestellen waren dauerhaft zu verschmutzt, um darin zu schwimmen. In der Gegend um Auckland hatte die Bucht von Piha mit Abstand die höchste Umweltverschmutung. Die Richtlinien wurden nicht einmal bei der Hälfte aller Tests erreicht und das ist der beliebteste Ort gerade bei Eltern, um ihre Kinder geschützt vor den Wellen der wilden Westküste baden zu lassen.

Der Sprecher des zuständigen Waitakere City Councils, Glyn Walters, lies vermelden, man versuche nun die Lagune sauber zu bekommen aber es sei kein einzelnder Grund für dieses Ausmaß an Verschmutzung zu finden. Die Anzahl an Bakterien kann ebenso von den Abwässern der Dächer, Einfahrten und Straßen schlagartig ansteigen, wie auch durch verwesende Tiere oder verrottende Vegetation. Dagegen zeigten Bethells Salzwasser Lagune an derselben Westküste, sowie die Süßwasser-Seen Lake Pupuke und Lake Wainamu um Auckland hervorragende Ergebnisse.

John Stone-Foto: Der schöne Schein trügt, immer mehr Warnschilder müssen in Neuseeland aufgestellt werden

Der am meisten verschmutzte Wasserweg Neuseelands ist der Waimoku Stream am Oakura Beach in Taranaki an der Westkuste der Nordinsel. Der Fluß erreichte die Gesundheitsrichtlinien bei keinem einzigen der durchgeführten Tests. Um die gesundheitlichen Richtlinien zu erfüllen, wurde das Wasser jeweils wöchentlich über die Sommermonate gestestet und mußte unter dem Grenzwert von 550 Escherichia Coli-Bakterien pro 100 Milliliter Wasser liegen. Die Studie wurde zusammen mit einem Bericht über die Wasserqualität in Gebieten mit hohem Anteil an Milchwirtschaft veröffentlicht.

Kevin Hackwell von der “Forest and Bird Society”, eine gemeinnützige Gesellschaft zumSchutz von Wald und Vögeln, beklagte, dass selbst die Gespräche zwischen dem Milch produzierendem Giganten Fonterra, den Gemeinden und der Regierung bislang keine positiven Auswirkungen gezeigt haben und einfach nicht genug getan würde, um die weitere Verschmutzung der Gewässer durch die Landwirtschaft zu stoppen.

Der Umweltminister betonte, dass die Farmer bereits agieren, um die Abwässer der Kuhställe zu dezimieren. "Man muss einfach noch mehr unternehmen und beispielsweise Kühe daran hindern, durch die Flüsse zu laufen, die seitliche Flußbepflanzung verbessern und neue Düngemittel verwenden, um die Verschmutung durch Stickstoff zu vermindern."

Dennoch gibt es eine gute Nachricht für viele Urlauber: Sowohl der beliebte Waikato River, als auch der Lake Taupo und der Lake Rotorua zeigen sehr gute Werte und sind als Badeplätze absolut unbedenklich! Anja Schönborn


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Last updated 1 October 2009


NN-Foto: Nichts geht mehr - neuseeländische Behörden raten in vielen Regionen vom Schwimmen im Meer, dem Essen von Fisch, Muscheln oder Wasserkresse ab

UMWELTSÜNDEN IM PARADIES

Tote Fische, verendete Delfine, vergiftete Hunde

Die Verseuchung neuseeländischer Gewässer nimmt immer bedrohlichere Formen an: Im Hauraki Golf vor der Millionen-Metropole Auckland wurden in mehreren Buchten tausende tote Fische, verendete Pinguine und fünf Delfin-Kadaver angeschwemmt. Zwei Hunde starben nach Speziergängen am Strand an akuten Vergiftungs-Erscheinungen. Die Gesundheitsbehörden Auckland schlugen für sämtliche Strände im Golf-Bereich, einschließlich mehrerer bewohnter Inseln, Alarm und rieten vom Schwimmen im Meer oder Spaziergängen am Strand, insbesondere für Kinder, dringend ab.

Die Ursachen für die Vergiftungen wurden von den Behörden mit der Möglichkeit von giftigen Seeschnecken erklärt, die die Nahrungskette negativ beeinflußt hätten. Eine andere Vermutung, insbesondere von Naturschutzorganisationen, ist der tonnenweise Abwurf von Rattengift über der Golf-Insel “Rangitoto”, um der Ratten- und Possumplage dort Herr zu werden. Der unkontrollierte Abwurf habe zur Verseuchung des Golf-Meeres geführt, hieß es.

Unabhängig von den aktuellen Fällen hat das Umweltministerium nahezu ein Drittel (500) aller populären neuseeländischen Badestellen als unsicher erklärt. Eine “Consumer NZ”-Untersuchung ergab, daß 29 % aller Strände, Seen und Flüsse des Landes mit Bakterien so hoch belastet seien, daß das Baden aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ratsam ist. Besonders belastet seien nach diesen Ergebnissen Paihia und Mangawhai in Northland, sowie Waikanae Beach, und die Rere Rock Slide bei Gisborne, Eastland.

Veraltete Infrastrukturen vieler neuseeländischer Städte lassen die Kläranlagen bei starken Regenfällen regelmäßig überlaufen. Im Provinzort Whangarei in Northland beispielsweise gelangen auf diese Weise oft bis zu fünf Mal pro Jahr hunderttausende Kubikmeter ungeklärter Kloake in die offene See. Bis zu sechs Wochen lang ist danach das Baden, Fischen und Sammeln von Meeresfrüchten untersagt.

Whangarei´s Bürgermeister Stan Semenoff erklärte dazu, alle größeren Städte Neuseelands hätten dieses Problem und ließen die Abwässer in Sturmsituationen direkt und ungesäubert ins Meer fließen. Eine langfristige Abhilfe ist nicht in Sicht, denn, so Semenoff, es fehle am Geld. Das Problem überalteter Kläranlagen sei über Jahrzehnte ignoriert worden und neue Infrastruktur würde nunmehr allein in Whangarei “zig” Millionen kosten.



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