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DAS ULTIMATIVE ABENTEUER: ZU FUSS DURCH NEUSEELAND

Te Araroa Trail ist 3000 Kilometer lang

Eine Rundreise durch Neuseeland scheint zunächst nichts Ungewöhnliches. Fast alle Deutschen, die den weiten Weg nach Aotearoa in Kauf nehmen, wollen das ganze Land erkunden und so viele verschiedene Landschaften und Eindrücke mitnehmen wie möglich. Eine ganz besondere Art und Weise Neuseeland zu entdecken, ist den hartgesottenen Wanderern vorbehalten, denn hier kann man tatsächlich vom Cape Reinga im Norden bis nach Bluff im Süden zu Fuß laufen.

Der Te Araroa Trail ist mit über 3000 Kilometer Länge einer der längsten Wanderwege der Welt. Gebaut wurde die Strecke vom gleichnamigen Trust, einer gemeinnützigen Vereinigung, die Spendengelder, freiwillige Helfer und das Umweltministerium DoC unter ein Dach brachte. Auch die neuseeländische Regierung half mit finanziellen Zuschüssen von nahezu vier Millionen Dollar (ca. 2,5 Mio. Euro), die einmalige Wanderroute zu bauen. Bereits 1998 wurde mit freiwilligen Helfern begonnen, den Te Araroa Trail zu konstruieren, Ende 2011 war schließlich die gesamte Route ausgebaut und konnte eingeweiht werden.

"Kiwis und Touristen können den Te Araroa Trail durch ganz Neuseeland wandern oder auch nur einzelne Streckenabschnitte ausprobieren", erklärte die Naturschutz-Ministerin Kate Wilkinson. "Das ist eine wahre Attraktion für unser Land und hilft die Wirtschaft einzelner Regionen und kleinerer Städte entlang der Route weiter zu fördern. Und für unsere internationalen Besucher ist es ein guter Grund, noch mehr Zeit in unserem wunderbaren Land zu verbringen!"

Der Track erstreckt sich über 300 Sektionen und führt zu 40 % durch Naturschutzgebiete des DoC. Ob Küste, Gebirge oder Bushwald, die Landschaft und die Anforderungen an die Nutzer wechseln stetig. Auf einigen Teilabschnitten muss der Wanderer jedoch Ausrüstung und Verpflegung für bis zu neun Tage mit sich führen. Auch wenn die eigentliche Distanz zwischen dem Cape Reinga und Bluff nur 1475 Kilometer erfasst, schlängelt sich die Route durch die schönsten Landschaften des Landes und hat deshalb eine Gesamtlänge von über 3000 Kilometern.

Ob eine Tages-, Mehrtageswanderung oder die gesamte Tour durch mehrere Klimazonen, vom subtropischen Norden der Nordinsel bis in den kälteren Süden der Südinsel, jeder Wanderer sollte entsprechende Erfahrung und Ausrüstung mitbringen. Sturmfluten, Lawinenabgänge, schnelle Wetterumschwünge, all diese Faktoren sind für Neuseelands Witterung nicht ungewöhnlich. Ebenso sollten entsprechende Kommunikations- und Navigationsmittel präpariert und die eigene Fitness nicht überschätzt werden. Ein britischer Ultramarathon-Läufer rannte den Te Araroa Trail in 53 Tagen, doch das ist bei weitem kein Maßstab. Denn wer als geübter Hiker die gesamte Route über beide Inseln wandern möchte, sollte 120 bis 150 Tage einplanen. Anja Schönborn

Mehr Infos unter:
www.teararoa.org.nz

Jona Riechmann und Franziska Wernsing zu Fuß auf dem Te Araroa unterwegs: Rund fünf Monate über Nord- und Südinsel (alle Fotos diese Seite: Franziska Wernsing)

Deutsches Paar von Cape Reinga nach Bluff unterwegs

Nach abgeschlossener Ausbildung, Jona Tischler, Franzi Fotografin (beide 26, aus Bielefeld und Münster stammend) wollten wir erstmal einmal weit weg. Die Tickets nach Neuseeland waren bereits gebucht, als wir bei der Suche nach Wandermöglichkeiten auf den Te Araroa-Trail stiessen. Es war uns beiden sofort klar: Das machen wir!

Uns gefiel die Idee, zu Fuss Neuseeland zu entdecken, aber auch der damit verbundene Verzicht auf den alltäglichen Luxus und Komfort. Der Reiz, den ganzen Tag bei Wind und Wetter draussen zu sein, nur mit dem Nötigsten im Gepäck und die Herausforderung, 3000km zulaufen. Beide wanderbegeistert aber wenig wandererfahren haben wir geplant, gepackt und sind los. Mittlerweile sind wir nun schon drei Monate unterwegs und circa 2000km weiter.

Der Anfang war allerdings holpriger als gedacht. Nach überstandener Verletzungspause und der Ernüchterung, dass unsere in Deutschland gekaufte Ausrüstung nicht optimal für das neusseeländische Tramping ist, haben wir nachgebessert, weitergemacht und wurden mit dem belohnt, was die Nordinsel zu bieten hat: kilometerlange Strände, urige Wälder mit Lianen und moosbewachsenen Bäumen und dem hügeligen Farmland àla Tolkien. Doch jenseits der idyllischen Abgeschiedenheit führte uns der Te Araroa auch schon mal auf etwas fragwürdigere Wege: ungewollte Gegenüberstellungen mit Bullenherden (Ausgang ungewiss), Geklettere durch kratziges Gebüsch ohne jegliches Anzeichen von einem Weg und Strecken entlang heftig befahrener Highways. Dies könnte einem manchmal den Eindruck geben, das einige Abschnitte nötig sind, um den Te Araroa als Langstreckenwanderweg  durch ganz Neuseeland gelten zu lassen oder man sieht es wie wir als "part of the Adventure!".

Die Nordinsel ist recht gut besiedelt und man kann sich die Tagesstrecken selbst einteilen. Während man in den Bergen der Südinsel Neusselands oft von der einen Selbstversorger-Hütte zur nächsten wandert.  Wir sind recht frei und ungeplant jeden Tag gestartet und sind so weit gelaufen wie wir wollten. Mit dem Zelt im Gepäck endeten unsere Tage oftmals in Vorgärten, zwischen Schafen und Kühen, im Wald oder auch mal auf einem Flugplatz! Die Offenheit und die Hilfsbereitschaft mit der uns die Menschen hier auf dem Te Araroa begegnen, ist unglaublich. Seien es ein paar Früchte aus dem Garten, eine heisse Dusche, eine Fahrt zum nächsten Supermarkt oder einfach ein paar nette Worte. Sie haben uns schon so manchen Tag gerettet.

Inzwischen sind wir auf der Südinsel angekommen und geniessen die neuseeländischen Berge. Die nun länger werdenen Streckenabschnitte führen uns durch die atemberaubenden alpinen Landschaften, die man anders nicht erreichen würde. Hier müssen wir genauer planen und Essen straffer rationieren. Die  Möglichkeiten um einzukaufen, sind anders als auf der Nordinsel: oft schwer zu erreichen und nicht selten befindet man sich am Ende eines Tracks auf einer eher rar befahrenen Landstrasse. Wir geniessen diese noch extremere Abgeschiedeneheit und die damit grössere Nähe zur Natur.

Das gut ausgebaute Netz an Berghütten, bietet eine gemütliche Alternative zum Zelt. Die Austtatungen der Hütten variieren, meisten findet man einen Ofen, Matratzen, einen Tisch und nicht zu vergessen, die Hüttenbücher vor. Diese bieten eine etwas andere Art der Kommunikationsplatform zwischen Te Araroa-Trampern. Da jeder unterschiedlich startet und der Track sehr lang ist, sind Begegnungen eher selten. Aber natürlich trifft man den einen oder anderen doch und dann ist es schön, Erfahrungen und Erlebnisse miteinander zu teilen. Mit einigen haben wir in Wellington gemeinsam das Ende der Nordinsel gefeiert.

Wir geniessen es, jeden Tag draussen zu sein, mit der Sonne aufzustehen und die Einfachheit mit der die Tage verstreichen: Aufstehen, Essen, Laufen, Essen, Schlafen. Was wir machen, wenn wir in Bluff am südlichsten Ende Neuseelands angekommen sind und am nächsten Tag nicht aufstehen müssen, um weiterzulaufen, wissen wir noch nicht. Zum Glück gibt es noch Stewart Island und andere Langstreckenwanderwege auf der Welt. Franzi & Jona


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Last updated 6 March 2015


Hallo NEUSEELAND NEWS!

Am 28.03.2013 haben Jona und ich mit gemischten Gefuehlen Bluff erreicht! Auf der einen Seite haben wir uns natuerlich gefreut, unser Ziel endlich erreicht zu haben. Aber was nun? Uns wird das taegliche Wandern und die Natur sehr fehlen. Jetzt heisst es aber erstmal fuer uns Geld verdienen, um uns dann in weitere Abenteuer stuerzen zu koennen.

Mit freundlichen Gruessen,

Franzi und Jona