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Foto privat: Bauprojekt "Westhaven Retreat" im Naturparadies Neuseeland

ÖSTERREICHER BEWEISEN SCHAFFENSKRAFT

Einwanderung ins Naturparadies

Als mein Mann und ich erstmals im Jahr 2002 die nordwestlichste Ecke der Südinsel besuchen wollten, hatten wir uns als Bleibe für einige Tage ein kleines und ruhiges B & B "Westhaven Retreat" ausgesucht. Von Collingwood führt eine Teerstrasse bis zur Abzweigung hinter Puponga, die wenig später in eine Sandstrasse übergeht und zum Whanganui- bzw. Westhaven-Inlet führt. Nach etwa einer Stunde Fahrt durch eine abgeschiedene, friedliche Landschaft mit ausgedehnten Waldgebieten, zerklüfteten Bergen und Granitfelsen, immer entlang des Inlets, geht es auf eine Anhöhe von ca. 350 m über der Tasman See mit beeindruckenden Ausblicken. Spätestens wenn die Gatter der Farm erreicht werden, verspürt man die Ruhe der Umgebung.

Bruno und Monika Stompe, die Besitzer des Areals, vermieten augenblicklich infolge der baulichen Erweiterung nur ihr Cottage, das für vier bis sechs Personen Platz bietet. Seit unserem ersten Besuch hat uns die ungeheure Willens- und Schaffenskraft der Familie, zu der auch Tochter Moni und Schwiegersohn Thomas Wratil gehören, beeindruckt, wie sie von Jahr zu Jahr in Eigenleistung gigantische bauliche Veränderungen vorantreiben und die eigenen Ideen verwirklichen.
Bruno Stompe, 1950 in Linz geboren, arbeitete in seiner Heimat zunächst als Elektroingenieur und später als Spezialist für die technische Überwachung von Stahlwerken im Ausland. Seine Frau Monika ist gelernte Damen- und Herrenschneidermeisterin und als Bürokauffrau ausgebildet. 1973 heirateten sie in Linz, drei Jahre später wurde Tochter Moni geboren. 1988 entschloss sich die Familie zur Auswanderung nach Australien, wurde in Brisbane sesshaft, erwarb die australische Staatsbürgerschaft und baute sich eine neue Existenz auf. Als Bruno im Jahre 1990 ein Grundstück von ca. 1000 Acres am neuseeländischen Whanganui-Inlet, in dieser traumhaften Lage, angeboten bekam, griff er zu und erwarb das damalige "Brachland". Zunächst baute er ein Farmgebäude, liess Frau und Kind nachkommen und sie wurden "Kiwis".

Foto privat: "Westhaven Retreat" - Gäste-Lodge für gehobene Ansprüche

Um eine weitere Einnahmequelle zu schaffen, verwandelten sie das Farmhaus in ein gemütliches B & B (Bed & Breakfast) für acht Gäste und hielten Kühe, Schafe und Lamas. Nach einiger Zeit baute Bruno noch ein Gästecottage dazu. Er erschloss bereits existierende Treks fur seine Besucher zu bequemen Wanderwegen, die zu einsamen Buchten und Stränden führen, vorbei an Nikaupalmen und bizarren Felsformationen.
Tochter Moni, die sich in Palmerston North zur Flugingenieurin ausbilden liess, übernahm 1997 die Farm und züchtet heute, zusammen mit ihrem Mann, mit grossem Erfolg Schafe und Lamas. Thomas Vratil kam vor einigen Jahren als Tourist aus Tschechien zu Nachbarn der Stompes. Dabei vorlor er sein Herz an Moni; 2005 kam Klein-Thomas zur Welt.

Bereits im Jahr 2000 reifte die Idee zu einem wind- und erdbebensicheren Erweiterungsbau in Form von drei Octogons mit Verbindungstrakten, die sich sehr harmonisch in die wunderbare Landschaft einfügen. Bruno ist Planer, Baumeister und Allround-Handwerker, ein Workaholic, grossartig unterstützt von seiner ganzen Familie. Die Vier sind von früh morgens bis in die späte Nacht am Bau tätig, und dies nahezu sieben Tage in der Woche. Seit Baubeginn beobachten wir den Fortgang, da wir jedes Jahr eine Woche dort verbringen. Im ersten Bauabschnitt wurde der Woolshed in Form eines Octo-gons sowie der erste Verbindungsbau in Angriff genommen, der später zwei Gästesuiten beherbergt. Im mittleren Octogon - innen noch Rohbau, aber schon verglast - befindet sich derzeit als Betonwanne das Schwimmbecken mit gigantischen Ausmassen: 23 x 8 m und einem Fassungsvermögen von 200 000 Liter Wasser. Das Bad wird einmal mit einer chemiefreien Reinigungsanlage in Betrieb genommen. Hier werden für die Innenausstattung schon tropische Pflanzen herangezüchtet. Ein Hydro-Therapie-Spa mit 48 Jets ist bereits verankert. >


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Last updated 18 May 2008


Aus Österreich stammende Einwanderer erfüllen sich in Neuseeland den Traum von einer ungewöhnlichen Gäste-Lodge für gehobene Ansprüche. Das Projekt entsteht in einem Naturparadies am Rande des Kahurangi National Parks und ist ein Bauvorhaben ohne fremde Hilfe.

Foto privat: Einwanderer Bruno Stompe - Ingenieur, Baumeister und Handwerker in einer Person

Die künftige Eingangshalle - die ebenfalls im Rohbau steht - stellt die Verbindung zum dritten Octogon her. In diesem Teilbereich sollen fünf luxeriöse Gästezimmer, teils mit eigener Terrasse, integriert werden. Vom Altbau ist schon ein Teil abgetragen, so dass die Familie derzeit auf minimalem Raum lebt,da augenblicklich an dieser Stelle das dritte Octogon entsteht mit einer geräumigen Lounge, der Küche und dem Speiseraum, einer Bibiliothek und einem Wintergarten. Darüber sind die privaten Wohnräume geplant. Alle bisher aufgetretenen Schwierigkeiten, die sich naturgemäss immer wieder einstellen, konnten - wenn auch mit vielen Schweisstropfen - gemeistert werden. Wenn alles wie vorgesehen abläuft, ist eine endgültige Fertigstellung für Ende 2009 angedacht.
Sicher ist, dass nach einer Inbetriebnahme die Gäste Entspannung und Ruhe vorfinden, in einer grandiosen Landschaft ihren Alltagsstress vergessen können und von perfekten, liebenswürdigen Gastgebern umsorgt sowie auch kulinarisch verwöhnt werden. Es ist nur zu wünschen, dass die Familie gesund bleibt, um ungebrochen, wie in der zurückliegenden Zeit, mit Elan, Energie und Schaffensfreude ihr hochgestecktes Ziel zu erreichen. Antonie Ruhland



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