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NN-Leserumfrage bestätigt Trend
Die Terroranschläge des 11. September haben Neuseeland zu einem der gefragtesten Auswanderungsziele gemacht. Insbesondere aus der sogenannten westlichen Welt ist die Nachfrage gestiegen. Das bestätigt auch eine Leserumfrage von Neuseeland News Online. Über 90 % der Befragten haben Interesse an Thematiken über das neuseeländische Einwanderungsrecht bekundet und hätten gerne ihre Einwanderungschancen professionell begutachtet. Die neuseeländische Regierung spürt auch schon den Druck, und zwar nicht nur von Auswanderern, sondern auch von "Rückwanderern". Mehrere Hunderttausend Neuseeländer leben im Ausland, meist in England, den USA oder Australien. Viele der in Europa und den USA lebenden Neuseeländer drängen jetzt auf den neuseeländischen Arbeitsmarkt, sozusagen im Wettbewerb mit den Auswanderern. Dieser Trend wird von der neuseeländischen Regierung und auch von der neuseeländischen "Business Community" begrüßt, denn gut qualifizierte Kräfte sind in Neuseeland in vielen Bereichen gefragt. Das Einwanderungsministerium hat in zweierlei Hinsicht auf diesen Trend reagiert. Man hat - auf den ersten Blick vielleicht überraschend - die Türen für Einwanderer noch weiter geöffnet, indem man die Einwanderungsquote für die sog. General Skills Category von 27.000 auf 32.500 pro Jahr hochgeschraubt hat. Gleichzeitig hat man aber die Latte höher gelegt, indem man die Mindestpunktezahl von 24 auf 25 erhöht hat. Ein Versuch also, sowohl mehr, als auch besser qualifizierte Einwanderer nach Neuseeland zu holen.
Vereinfacht dargestellt, gibt es, mal abgesehen von Flüchtlingen und Familienzusammenführugen, drei Sorten von Einwanderern. Solche, die sich anhand der oben erwähnten General Skills Category qualifizieren, Unternehmer, die hier ein Geschäft aufbauen (Entrepreneur Category) und Investoren, die ihr Geld nach Neuseeland mitbringen und hier auf die Bank legen oder andere Investitionen tätigen (Investor Category). Bei der General Skills Category und der Investor Category entscheidet ein Punktesystem über das Schicksal von Einwanderungsanträgen. Je nach Ausbildung, Berufserfahrung, Bankkonto und Alter werden Bewerber reingelassen oder nicht. Bei der Entrepreneur Category ist dagegen das jeweilige Geschäftsvorhaben Grundlage der Beurteilung.
Hier gibt es Riesenunterschiede ja nach Herkunftsland. In simplifizierten Klischees ausgedrückt zeigen sich folgende Bilder: England: gut vermittelbare Berufstätige, die sowohl in der Verwaltung, als auch in der Privatwirtschaft Fuß fassen. China: Junge wohlhabende Geschäftsleute. Der Mann betreibt seine Geschäfte weiter in China, während Frau und Kind in Neuseeland leben. (Knapp 50% aller Genehmigungen anhand der Investor Category - Mindestinvestition NZ$ 1 Million - gehen an chinesische Familien … und da denkt man immer, der Westen investiert in China …) Deutschland und Schweiz: Lebenskünstler.
Wieso Lebenskünstler? Na, weil die meisten raus wollen aus der "Tretmühle", den neuseeländischen Lifestyle genießen und weniger arbeiten wollen.
Um hier nicht den falschen Eindruck zu erwecken, sei vorab bemerkt, dass es sich hier nicht um Drückeberger handelt, die nur auf der faulen Haut liegen. In fast jedem Gewerbe und Beruf gibt es hier Deutsche. Wir haben hier Bäcker, Metzger, Mechaniker, Journalisten, Juristen, Manager, Unternehmensberater, Ärzte, Krankenschwestern und natürlich Unternehmer und Geschäftsleute aus Deutschland. Trotzdem haben es Deutsche oft schwer, sich auf dem neuseeländischen Arbeitsmarkt zu behaupten, jedenfalls verglichen mit den angelsächsischen Kollegen. Trotz einer Arbeitslosigkeit von nur ca. 5% lohnt es sich nicht, nach Neuseeland aus Karrieregründen zu kommen. Das ist einfacher und lohnender in Europa.
Oftmals ist eben aber gerade der Karrierewechsel oder das Ende der beruflichen Karriere die Motivation, sich am anderen Ende der Welt niederzulassen. Da gibt es Ingenieure, die eine Luxuslodge besitzen und managen, Bauunternehmer, die sich zum Rotwildfarmer gemausert haben, Polizisten zum Metzger, Unternehmensberater zu Weinhändlern, Prokuristen zu Dreiradproduzenten, Drogisten zu Textilunternehmern oder Finanzberater zu Ruheständlern … wie auch immer, hier in Neuseeland entfalten sich manche in einer Weise wie sie es zu Hause nicht für möglich gehalten hätten.
Und was hat das alles mit den Terroranschlägen zu tun? Na ja, manch einer braucht eben eine gute Ausrede, um hier in Neuseeland eine ruhige Kugel schieben zu können. Oder wie berlinerte kürzlich ein Klempner aus Orewa? "Nur noch wenn ick Lust habe … ick hab' keene Böcke mehr hinter 10 Anjestellten herzulaufen." Peter Hahn
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Last updated 8 October 2008
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Die Artikel stammen von Peter Hahn, einem ehemaligen Rechtsanwalt aus Berlin, der seit 15 Jahren in Wellington lebt und dort unter der Firma Hahn & Associates Ltd deutsche Einwanderer und Geschäftsleute berät. Detailliertere Auskünfte gibt es online: Auswandern mit Peter Hahn >
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