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NZ NATIONAL MARITIME MUSEUM

Seefahrer-Geschichte in der City of Sails

Neuseelands Geschichte ist eine Geschichte der Seefahrt. Von den ersten Entdeckern, den Polynesiern, über die erste Sichtung eines Europäers, der Kartologisierung durch James Cook, die Einwanderungswellen im 19. und 20. Jahrhundert und dem Handel mit Nahrungsmitteln und Bausubstanzen, alles verlief über den Seeweg. Das Nationale Maritim Museum in Auckland bietet in über 14 Ausstellungshallen mit dutzenden von Schiffen sowie der Möglichkeit eines Segeltörns einen “Überblick mit Tiefgang” auf die Seefahrernation.

Foto Maritime Museum: Polynesisches Auslegerboot

Vor etwa 1000 Jahren betraten die ersten Menschen Aotearoa, das Land der langen weißen Wolke, wie sie es nannten. Geleitet nur vom Sternenbild und dem Stand der Sonne erreichten die Polynesier von den Küsten Hawaikis nach wochenlanger Fahrt auf ihrem traditionellen "Waka" (Kanu der Maori) die sandigen Buchten der Nordinsel Neuseelands. Mit dieser Pionierleistung beginnt auch die Tour durch das Maritime Museum. In einem zehnminütigem Animationsfilm auf Großleinwand wird der Besucher mit auf das aus Kokospalmen gebaute Waka genommen und erlebt die Fahrt ins Unbekannte hautnah mit den ersten Siedlern Neuseelands. So einfach ihr Waka gebaut war, es sollte über 600 Jahre dauern, bis der erste Europäer es ihnen mit einem voll ausgerüstetem Segelschiff nachmachen konnte.

Nach dem Eindruck der polynesischen Kanus in der Hawaiki-Halle wird man in der Halle der Europäischen Entdecker Zeuge von Abel Tasman´s und James Cook´s Entdeckungen.
Am 13.12.1642 sichtete der Holländer Abel Tasman mit zwei Segelschiffen und 110 Männern unter seinem Kommando das Ufer Neuseelands. Er sollte jedoch nicht viel weiter kommen. Nachdem er bei der Golden Bay Anker setzte und das Begrüßungshorn blasen ließ, wurde dieses Signal von den ansässigen Maori als Kampfansage gedeutet. In der panischen Flucht vor den Maori starben vier Seemänner und Tasman verliess die neuseeländischen Gewässer nur wenige Wochen später. Erst der Brite James Cook konnte in seinen drei großen Seereisen nach Neuseeland zwischen 1768 und 1771 friedlichen Kontakt mit den Maori aufnehmen. Mit den Seekarten, die Käpitän Cook in dieser Zeit anfertigte, ging er daher als größter europäischer Entdecker des Pazifiks in die Geschichte ein. Im Maritime Museum kann man ein original Eisenstück seines ersten Schiffes, der Endeavour bewundern. Cook legte somit den Grundstein für die ersten europäischen Siedlungen und den Handel mit Tabak, Waffen und Holz auf dem Seeweg.

Foto Maritime Museum: Edmiston Galerie

Mit dem Vertrag von Waitangi wurde 1840 offiziell Frieden zwischen den Maori und den bis dahin etwa 2000 europäischen Siedlern vereinbart. Der Vertragsabschluss trat auch die erste große europäische Einwanderungswelle los. Während den 1840ern transportierten 82 Schiffe jeweils etwa 150 bis 300 Auswanderer von England nach Neuseeland. In der Immigrantenhalle des Maritime Museum betritt man auf schwankendem Boden eine originalgetreue "Gästekabine". In den engen Räumen zusammengepfercht mussten die Auswanderer bei unhygienischen Bedingungen, einer Wasserration von nur 560ml täglich und oft von Seekrankheit geplagt, die drei- bis sechsmonatige beschwerliche Seefahrt aushalten. Der Goldrausch löste 1860 die zweite große Einwanderungswelle von Europäern aus. Fünf Landkriege mit den Maori sorgte dann zunächst für einen Rückgang der Neuankömmlinge. Mit der Entwicklung komfortablerer Passagierdampfer erreicht Anfang des 20. Jahrhunderts dann die dritte Einwanderungswelle Neuseeland. Die Bevölkerung Neuseelands steigt von etwa 400.000 um 1880 auf eine Million um 1910. >


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Last updated 18 May 2008

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AUDIO-TOUR IN DEUTSCH
Das "New Zealand National Maritime Museum" ist ganz auf internationale Besucher ausgerichtet und dementsprechend gut vorbereitet. Neben drei anderen Sprachen wird nach Museums-Angaben eine Audio-Tour durch und über das Museum auch in Deutsch angeboten. Das "NZ National Maritime Museum" ist in Downtown Auckland direkt am Hafen nahe des "Viaduct Basin" zu finden.

Foto Maritime Museum: Polynesische Seefahrer entdeckten Neuseeland zuerst

Mit der Urbanisierung und Modernisierung Neuseelands folgt in der maritimen Geschichte das Zeitalter der Yachten und des Segelsports. In der Seglerhalle kann der Besucher eine von sieben bestehenden Kopien des America´s Cup, den Neuseeland 1995 mit der Black Magic in San Diego gewann, betrachten und die Abenteuer großer Seglerlegenden wie Harry Highet, Admiral Lord Jellicoe, Chris Bouzaid und Sir Peter Blake verfolgen. In der Edmiston Gallery erwartet ihn dann maritime Kunst und der Originalanker der HMS Bounty, die 1789 vor Tahiti auf Grund lief und den Anker zurücklassen musste. Als Höhepunkt eines Besuchs des Maritime Museum bietet sich im Anschluss ein Segeltörn auf der Breeze, einem Handelsschiff aus dem späten 19. Jahrhundert an. Mit seinen interaktiven Attraktionen ist das Maritime Museum daher auf jeden Fall nicht nur für echte Seglerfans, sondern für die ganze Familie ein lohnenswerter Besuch. Zusätzlich zu vielen Sonderaktionen bietet das Museum jetzt auch Audio-Führer auf Deutsch, Französisch, Englisch und Japanisch an.
Corinna Engelhardt Klick >

Foto Maritime Museum: Außenbereich downtown Auckland


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