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FIORDLAND

Urwüchsige Landschaft im Nationalpark

Der Fiordland Nationalpark im Südwesten der neuseeländischen Südinsel ist mit 1,25 Mio. Hektar der größte von den insgesamt 14 Nationalparks Neuseelands. 1952 errichtet, wurde er bereits 1986 zum Welterbe der UNESCO ernannt (unter dem Begriff Welterbe werden besonders erhaltenswerte Stätten zusammengefasst, und zwar Weltkulturgüter sowie Naturdenkmäler und Naturgüter). Vier Jahre später, 1990, wurde der Fiordland Nationalpark dann mit drei weiteren Nationalparks zusammengeschlossen: Mount Aspiring, Westland/Tai Poutini und Mount Cook/ Aoraki. Auf diese Weise entstand das weitreichende Welterbe-Gebiet Südwest-Neuseelands, das den Maori-Namen Te Wahipounamu (Ort der Jade) erhielt. Als eine der wildesten und urwüchsigsten Landschaften der Welt, ist das Gebiet gekennzeichnet von steilen, völlig unregelmäßigen Topographien, undurchdringlichem Regenwald und einem unberechenbaren Klima. Touristisches Zentrum der Fiordlands ist Te Anau. Das kleine, 1500 Einwohner zählende Städtchen ist nach Queenstown und Rotorua einer der meist besuchten Orte Neuseelands und gilt vor allem als Ausgangspunkt für Erkundungstouren in den Milford und Doubtful Sound. Die Glühwürmchenhöhlen im Lake Te Anau sind allenfalls einen Ausflug wert, sie werden allabendlich von Te Anau aus per Boot angesteuert. Außerdem bietet die attraktive Kleinstadt eine große Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten, Sportgeräteverleihe und andere Dienstleistungen. Nach kurzem Stop zieht es dann aber die meisten Urlauber wie magisch hin zum Milford Sound. Die Straße dorthin gehört zu den schönsten und abwechslungsreichsten in Neuseeland und so sollten Besucher genügend Zeit für Pausen einplanen (ohne Pause mindestens 2 Autostunden, je nach Wetterlage). Die 119 km lange Milford Road führt in Schlangenlinien durch die Fjordlands und die zahlreichen Haltepunkte münden oft in kleine Wanderwege durch die Natur.

Foto Real Journeys: Stille Schönheit im Nationalpark

Am Ende der Strasse im Milford Sound angekommen, wird die Vorstellungskraft von der Wirklichkeit übertroffen: majestätisch liegt der Milford Sound mit dem daraus hervorragenden Mitre Peak vor dem Besucherauge und lässt erahnen, warum Rudyard Kipling diesen Fjord einst als das achte Weltwunder bezeichnete. Das Bild des Mitre Peaks (übersetzt: Bischofsmütze), der rund 1700 m hoch aus dem Wasser aufragt, gilt seit fast einem Jahrhundert als Ursymbol für Neuseelands wilde und malerische Landschaft (Foto oben/Holger Leue). Neben ausgedehnten Bootsfahrten lässt sich diese seit 1995 auch unter Wasser, im Milford Sound Deep Underwater Observatory mit der Besichtigung von seltenen Spezies wie zum Beispiel der Schwarzen Koralle, im Trockenen erkunden. An zweiter Stelle in der Gunst der Besucher steht der Doubtful Sound. Der Weg dorthin ist allerdings nur per Bootsfahrt über den Lake Manapouri möglich. Der Doubtful Sound ist der zweitgrößte der 14 Fjorde im Fjordland Nationalpark und dreimal so groß wie der Milford Sound. Bekannt ist er für seine atemberaubende Landschaft, aber auch für seine artenreiche Tierwelt, zu der Große Tümmler ebenso gehören wie Seehunde und Pinguine. Ein großes Plus ist seine (noch) relative Abgeschiedenheit für Besucher, die Natur pur suchen, und nicht zu den über 1 Mio. Gästen pro Jahr im Milford Sound zählen möchten. Im Allgemeinen herrscht im Fiordland Nationalpark ein kühleres Klima als anderswo in Neuseeland. Am kältesten ist es von Mai bis August; am wärmsten zwischen November und Februar, und - wo die Sonne durch's Dickicht dringt, kann die Temperatur dann sogar über 25 °C steigen. Außerdem gibt es häufig Niederschläge (6589mm pro Jahr) - der Milford Sound gilt als Regenloch. Eine Wahrscheinlichkeit weist die Satistik immerhin aus: das meiste Schönwetter gibt es am Morgen, während es um die Mittagszeit wechselt und am Nachmittag oft in Regen umschlägt. Aber wie immer Petrus sich auch verhält, auf jeden Fall ist der Fiordland Nationalpark zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter eine Reise wert. Wibke Ehlers

Foto Real Journeys: Grandiose Ausblicke im Fiordland

TE ANAU

Tor zu den Fjorden

Im Süden der Südinsel wird die Bevölkerung immer weniger, das Land immer weiter. Ganz am Ende der Strasse in den Wilden Südwesten stösst der Reisende mit dem idyllischen Örtchen Te Anau auf einen Haufen verwegener Fjordland Bewohner, die die Abgeschiedenheit des grössten Nationalparks Neuseelands zu ihrem Zuhause gemacht haben und hier den Gewalten trotzen. Te Anau und das noch abgelegenere Nachbardörfchen Manapouri sind Ausgangsstationen jeder Fjordland-Erkundung, sei es in den viel bereisten, weltberühmten Milford oder den schwerer zugänglichen, dafür vom Tourismus noch weitgehend unbeleckten Doubtful Sound. Te Anau ist jedoch weit mehr als nur Ausgangsstation für den berühmtesten Wanderweg weltweit. Te Anau bietet die ideale Einstimmung auf die kommenden Wunder von Fjordland. Friedvoll, schlicht und doch oft dramatisch mit tief hängenden Wolken über dem gleichnamigen See geziert bietet es ein Panorama, das sich sehen lassen kann. Te Anau ist noch dazu Sandfliegenfrei und eine Wohltat für gestresste Fjordland Wanderer and andere Besucher. Te Anau hat Einkaufs- und Souvenirläden, Restaurants, Bars und einen Golfplatz. Aktivitäten im reichhaltigen Freizeitangebot umfassen Fahrradausflüge, ein besonderer Segeltörn mit der historischen "Manuska", vierrädrige Motorrad-ausflüge, ein Besuch im Wildlife- und Vogelpark, eine Farmtour, Fischen oder Jagdausflüge, Tret- und Paddelboote auf dem See und vieles mehr. Sehr empfehlenswert ist ausserdem der Besuch der Glühwürmchen Grotte, den der Besucher sehr gut ins Abendprogramm integrieren kann.

Natur zieht alle Register

Te Anau ist ausserdem die beste Buchungszentrale für alle Milford Sound Expeditionen - sei es zu Fuss (eintägige Milford Track Ausflüge sind ohne lange Voranmeldung möglich), mit dem Kayak, mit Tauchausrüstung oder per Boot. Wer direkt aus Queenstown in den Milford Sound reist, der verpasst eindeutig etwas, ganz abgesehen davon, dass die meisten Ausflüge vor Ort gebucht billiger sind. Und dann geht es los in den Milford Sound (vorher Auftanken nicht vergessen! Es gibt nur eine äusserst teure Behelfstankstelle auf dem ganzen Weg und zwar in Milford). Hunderte von Buchten, Bergen, und Fjorden, immergrüner Regenwald, seit Urzeiten unverändert, mit wuchernden Farnen, Flechten und Moosen. Natur im Überfluss, artenreich und üppig gewachsen bei über 300 Regentagen im Jahr. Niederschläge werden hier sinnvollerweise gleich in Metern anstatt in Millimetern gemessen. Und nur eine Strasse, die durch diesen irrwitzigen Teil des Landes führt, die hinter Te Anau erst in dunklen Wäldern verschwindet, dann von senkrecht aufragenden Bergwänden eingeschlossen wird, schliesslich auf einen felsigen Pass bis in die Nähe verschneiter Gipfel führt. Wasser überall. Unzählige Seen, Gebirgsbäche und schäumende Kaskaden, die hundert Meter und tiefer über den Rand der Berge stürzen, dampfende Baumkronen unten im nächsten Tal, in das der steile Weg gleich wieder hinunter führt. Plötzlich hört die Strasse auf, und unsere Augen fühlen sich nun vollends überfordert von dem, was sie zu sehen bekommen. Blaugrünes Wasser, eingeschlossen von himmelstürmenden Granitwänden, an schmalen Ufern von Palmen gesäumt, dazu die weisse Gischt von bis zu 560 Meter hohen Wasserfällen - der Milford Sound, die Majestät der Fjorde in Neuseeland, in dessen Mitte sich der 1600 Meter hohe, spitz zulaufende Mitre Peak theatralisch in Szene setzt. Hier, fast am Ende der Südinsel, zieht die Natur noch einmal alle Register.


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Last updated 15 December 2011


Foto Real Journeys: Schiffsfahrt durch die Fjorde

DOUBTFUL SOUND

Nur per Schiff erreichbar

Te Anau ist ein idyllische Städtchen am gleichnamigen See und die grösste Stadt in Fiordland, einem Gebiet, das aufgrund seiner einmaligen Geologie und Entstehungsgeschichte zum Naturerbe der Menschheit erklärt wurde. Jenseits der Berge, nur per Schiff erreichbar, liegt der abgelegene Doubtful Sound, den wir mit Natur extra pur und angenehmer Stille assoziieren. Auf einer Übernachtkreuzfahrt werden wir diesem Stück unberührter Natur ein bisschen näher kommen. Der Bus bringt uns nach Manapouri, einer kleinen Siedlung, die Ausgangsbasis für Expeditionen in den Doubtful Sound ist. Der angenehme Ausflugskatamaran, der uns zunächst über den Manapouri See schippert, ist ganz den unbeständigen und extremen Wetterverhältnissen angepasst. Drinnen sitzen wir gemütlich in der Cafeteria und beobachten durch die grossen Panoramafenster wie der einsetzende Regen Fjordland in ein wasserspeiendes Bergland verwandelt, dessen steile Hänge von dichten, dunkelgrünen Wäldern wie ein Teppich überzogen ist. Fjordland im Regen ist Fjordland “at its best” und solange ich trocken und warm sitze, kann es ruhig regnen. Und das tut es auch – in rauhen Mengen. Der Milford Sound und der Doubtful Sound haben mit durchschnittlich 5290 mm Regen und 200 Regentagen pro Jahr die höchsten Niederschläge auf Höhe des Meeresspiegels weltweit. Wasser strömt in unzähligen grossen und kleinen Wasserfällen gebündelt in den Ozean. Nie war der Wasserkreislauf so sichtbar wie hier. Das Boot legt am anderen Ende des Manapouri Sees an einer kleinen Anlegestelle mit angegliedertem Informationszentrum an. Ein Informationszentrum in der Mitte von Nirgendwo gibt Auskunft über Bau und Entstehung des hier ansässigen Wasserkraftwerks sowie die Millionen Jahre alte Entstehungsgeschichte von Fjordland, das von nicht weniger als 20 Eiszeiten in den letzten 2 Millionen Jahren geformt wurde. Die unzähligen Fjorde, die uns heute in Erstaunen und tiefe Bewunderung versetzen, wurden von schweren, etwa 2000 Meter tiefen Gletschern ausgehöhlt und sind seit Urzeiten unverändert. Die Fjorde bedecken ein Fünftel der Gesamtfläche Neuseelands. Vom Informationszentrum führt eine Strasse über einen Begkamm, den Wilmot Pass, hinüber zum Doubtful Sound. Die Strasse ist ungeteert, schmal, kurvig und steil und ich frage mich, für was manche Leute einen Vierradantrieb brauchen, wenn’s ein 50-Sitzer-Bus genauso tut. Der Bau der 22 km langen Strasse, die wir in etwas mehr als einer halben Stunde bewältigen, dauerte zwei einhalb Jahre… Der Busfahrer erklärt uns, dass nur die härtesten Pflanzen – Spezies in Fjordland eine Chance haben, nicht nur wegen den unglaublichen Wassermassen, sondern vor allen Dingen wegen Temperaturunterschieden von –20 bis + 30 Grad.

Wo sich Bäume ins Moos krallen

Die wahre Grösse der 365m hohen Cleve-Garth-Wasserfälle, die wir aus sicherer Entfernung bewundern, lässt sich nur erahnen. Dann erreichen wir mit Deep-Cove die Anlegestelle des hübschen Kreuzfahrtseglers “Navigator” und unsere Fahrt durch den Doubtful Sound beginnt. Die Navigator ist ein ganz neu erbautes, sehr komfortables Ausflugsboot auf dem Doubtful Sound. Zuvor war hier ein wesentlich kleineres Boot im Einsatz. Viele Besucher empfinden diesen Fjord als noch dramatischer und eindrucksvoller als den mittlerweile ziemlich stark frequentierten Milford Sound. Fest steht, dass durch den langen Anfahrtsweg sich nicht allzu viele Besucher in den Doubtful Sound verirren und das ist auch ganz gut so, denn wer weiss, wie lange der Bootsführer noch seinen Motor abstellen kann, um den Reisenden die eindrucksvolle Stille und den einzigartigen Vogelgesang demonstrieren zu können. Ein weiterer Höhepunkt der Fahrt ist ein Besuch einer Robbenkolonie. Delfine begrüssen das Boot und schwimmen in der Bugwelle mit. Fjordland hat sogar eigene Tierspezies, allen voran der Fjordland Pinguin, den wir aber leider nicht zu Gesicht bekommen. An Bord wird alles getan, um den Gästen den Aufenthalt so angenehm und komfortabel wie möglich zu machen. Unterbringung ist in Vierbett- und Zweibettkabinen. Die Verköstigung ist hervorragend und reichlich. Zwischen einer deftigen Suppe und dem 2gängigen Abendessen haben wir Gelegenheit, den wunderschönen Fjord mit dem Kayak zu erforschen. Wer möchte, kann einen kurzen Landspaziergang machen, um sich die vielen verschiedenen Moose und spezifischen Pflanzenarten aus nächster Nähe anzugucken. Ein Naturguide gibt während der gesamten Fahrt und auch während des kurzen Landgangs wertvolle Informationen über Flora, Fauna und Entstehungsgeschichte, allerdings natürlich nur auf Englisch. Wer danach noch Fragen hat, kann in der dem Salon angegliederten Bibliothek nachlesen. Ich kann mich nicht recht für Kajak oder Landgang entscheiden und mache beides. Ich geniesse die Stille im Kajak nachdem der Motor des Bootes verstummt ist und klappere die Küste ab in der Hoffnung, doch einen Fjordland Pinguin bei der abendlichen Landung zu erhaschen. Allzubald wird es Zeit für den Landgang, vor dem Einbruch der Dunkelheit. Eine Baum- und Felsgruppe hat seinen Halt verloren und ist ein Stück ins Meer gerutscht. Dies nehmen wir zum Anlass das Wurzelsystem der Bäume etwas genauer zu betrachten. Es ist faszinierend wie diese sich hier ins Moos krallen und quasi auf dem Felsen wachsen, nur in einer dünnen Moosschicht verankert. Wir kehren zum Boot zurück und während wir unser Abendessen geniessen, bricht über uns die Nacht herein. Die dunklen Wälder des Fjordes tauchen in ein bläulich-violettes Licht. Die Abendstimmung im Doubtful Sound ist unvergleichlich.T.H. Real Journeys...

ENTSTEHUNG ÜBER MILLIONEN JAHRE
Die Berge und Täler des Fiordlands wurden während der Eiszeit, die vor 2 Millionen Jahren begann und mit Unterbrechungen bis vor 15.000 Jahren andauerte, durch Gletschereis geformt. Während dieser Periode, in der Temperaturen durchschnittlich 6 Grad niedriger waren als heute, bildete sich auf den Bergen eine bis zu 1200 m dicke Eiskappe. Diese Eiskappe speiste grosse Gletscher, die die Täler auf beiden Seiten der Berge tief ausschürfte. Auf der westlichen Seite entstanden die Fjorde, als die Gletscher zurückgingen und das Meer die Täler füllte - so auch Milford und Doubtful Sound. Auf der östlichen Seite schufen die Gletscher, die tiefen Seen, Lake Manapouri und See Te Anau. Es gibt in dieser Gegend jetzt keine Gletscher mehr, aber die von ihnen in der Topographie von Manapouri hinterlassenen Spuren sind unverkennbar: niedrige, gerundete Berge und Inseln an der Ostseite des Sees, tiefe U-förmige Täler auf der Westseite.