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NEUES HUNDERTWASSER-HAUS IN NEUSEELAND ?Geplantes Projekt in der Bevölkerung umstrittenNach dem Bau einer öffentlichen Toilette in Kawakawa (Northland) soll Neuseeland nun mit einem zweiten Hundertwasserwerk nach Originalplänen des österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser (1928 - 2000) verschönert werden. Das Projekt ist für den Binnenhafen in Whangarei in Northland geplant. Während die Kunstszene Neuseelands und weite Teile der Bevölkerung die Pläne für ein neues Hundertwasserhaus begrüßen, gibt es dagegen bei manchen “Kiwis” und insbesondere auf lokaler Ebene Widerstand. Von “Geldverschwendung” bis hin zur Frage “Warum einem Österreicher in Whangarei ein Denkmal gesetzt werden muß” reicht die negative öffentliche Kritik. Der Plan, im idyllischen Whangarei (Northland) eine Kunstgalerie zu schaffen, geht auf die Freundschaft des Künstlers und Wahlneuseeländers mit dem damaligen, und jetzt erneut amtierenden Bürgermeister Stan Semenoff zurück und ist bereits 16 Jahre alt. Weil sich das Grundstück, das Hundertwasser vorschwebte, jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht im Besitz der Stadt befand, war eine Verwirklichung bis heute nicht möglich. Nach dem Erwerb des Grundstücks letzten Jahres hat das Stadtoberhaupt von Whangarei nicht lange gefackelt. Zur Verwirklichung des Hundertwasser-Projektes nahm er Kontakt auf mit der Hundertwasser-Stiftung in Wien, das der Realisierung mit Rat und Tat beiseite stehen wird. Die Vorlage liefert eine rudimentäre Zeichnung, die Hundertwasser anfertigte, und die dem Hundertwasser-Archiv vorliegt (siehe Bild oben und rechts). In der Kunstgalerie sollen vor allem Hundertwasserwerke und Maori-Kunst ausgestellt werden, für die Hundertwasser selbst viel Bewunderung empfand, und die seine Werke massgeblich inspirierten. Beispiele von Maori-Motiven wie Koru (Farn), Tiki (Gottheit) und Waka (Kanu) hatte der Künstler bereits in österreichischen Gebäuden verewigt. “Dies wird die einzige Hundertwasser-Galerie neben dem Kunsthaus in Wien”, so ein Sprecher der Stadt Whangarei. MEINUNGNeues Hundertwasser-Haus hat internationale BedeutungHundertwasser ist beileibe kein Unbekannter mehr hier in Neuseeland. Dies war allerdings nicht immer so. Von den wenigen, die Hundertwasser als Künstler kannten und schätzten einmal abgesehen, war er den Einheimischen vor allem als 'Frederick' bekannt. Man sah ihn im lokalen 'Kaffeehaus' im kleinen Ort Kawakawa, auf seinen Spaziergängen und beim Einkaufen im Gemischtwarenladen an der Ecke. Viele sahen in ihm lediglich einen 'spinnerten Künstler'!
Ich war ein enger Freund Hundertwassers und mit vielen seiner Pläne und Projekte vertraut. Wir diskutierten auch Standort und Bedeutung dieses Vorhabens. Whangarei ist das Zentrum des Nordens Neuseelands und er erachtete es aus diesem Grund für eine derartiges Kulturzentrum als prädestiniert. Ich bemühte mich damals, auf die Entscheidung des Stadtrates positiven Einfluss zu nehmen. Hundertwassers Bedeutung in Kunst und Architektur, sein internationals Renommee und die Chancen für den Tourismus waren Argumente, die für sich selbst sprechen hätten sollen, und sind auch heute überzeugende Gründe, 'dafür' zu sein! Seit er im Jahre 2000 in seinem "Wahlheimatdorf' Kawakawa seine berühmte Toilette gebaut hat, ist Neuseeland nun auch für Hundertwasserfreunde aus aller Welt schon aus diesem Grunde eine Reise wert! Kawakawas Bürger sind stolz auf ihren 'Frederick' und der wachsende Zustrom von Besuchern hat in dem kleinen Ort ein bescheidenes ökonomisches Wunder bewirkt. Immer wieder trifft man im Norden Neuseelands auf Menschen aus aller Welt, die mehr darüber erfahren möchten, wie dieser geniale Künstler gelebt hat. Und, der es fertiggebracht hat durch seine Bauten die Menschen zum Lächeln zu bringen. "Schliesst Frieden mit der Natur", "Lernt einfacher zu werden, es wird euch zufriedener machen" sind Gedanken, die uns in der heutigen Welt alle angehen.
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