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GOETHE INSTITUT BIETET KULTUR UND SPRACHE

Büro Wellington mit landesweiten Projekten

Seit 54 Jahren agiert das Goethe-Institut im Auftrag der Bundesregierung im Ausland, um dort die deutsche Sprache wie auch den Kulturaustausch zu fördern, und über das aktuelle kulturelle und gesellschaftliche Leben in Deutschland zu informieren. Seit 1980 ist das Flagschiff der deutschen auswärtigen Kulturpolitik auch in Neuseeland vertreten. Vom Büro in der Stadtmitte der Hauptstadt Wellington aus werden Projekte in ganz Neuseeland initiiert und die rund 300 Deutschlehrer im Land betreut. Allein das Jahr 2006 sah Projekte in nicht weniger als 8 neuseeländischen Städten, von der großen Rebecca-Horn-Ausstellung in Dunedin bis zu einem Beitrag zum Art Deco Festival in Napier. Möglich ist diese Arbeit bei einem Kernteam von gerade mal 5 Mitarbeitern nur durch die exzellente kulturelle Infrastruktur des Landes. In den zweieinhalb Jahrzehnten seines Bestehens hat das Institut ein dichtes Netzwerk aufgebaut. Analog hierzu hat sich der deutsch-neuseeländische Austausch merklich intensiviert. Jedes Jahr findet eine beachtliche Zahl von Künstlern den Weg ins Land des Partners - aller Entfernung zum Trotz. Eine große Bedeutung bei der Intensivierung dieser Kontakte kommt den Künstler "residencies" zu.

So hat Creative New Zealand je eine Residency für neuseeländische Autoren und bildende Künstler in Berlin eingerichtet, während umgekehrt zahlreiche deutsche Künstler für 4-6 Wochen nach Neuseeland kommen. Die bei solchen Projekten entstehenden Kontakte, Erfahrungen und Erkenntnisse sind oft in besonderer Weise geeignet, eventuell vorhandene stereotype Deutschlandbilder zu korrigieren. Folgerichtig setzt das Goethe-Institut bei seiner Arbeit vor allem auf die Vermittlung zeitgenössischer Aspekte des reichen deutschen Kulturlebens, was natürlich nicht bedeuten soll, dass man sich vom Namenspender distanziert, doch was den eher klassischen Kulturkanon betrifft, so wirken andere Akteure wie Universitäten und örtliche Kulturgesellschaften sehr erfolgreich. Die Spracharbeit in Neuseeland ist eigentlich ein kleines Wunder - trotz der gewaltigen Entfernung zu Deutschland zählen wir rund 20.000 Deutschschüler und -studenten in ganz Neuseeland. Das Goethe-Institut unterstützt die hervorragende Arbeit der Lehrer im ganzen Land durch Stipendien, Fortbildungsmaßnahmen, neue Materialien und Werbeveranstaltungen. Dieses gut eingeschworene Netzwerk ist Garant für die vergleichweise gute Position des Deutschen in Neuseeland. Mit eigenen Sprachkursen versucht das Goethe-Institut Wellington eventuell bestehende Lücken im Angebot der Bildungslandschaft zu decken. Die eigenen Sprachkurse dienen zugleich als Modell für die Lehreraus- und fortbildung. Der Übergang vom "reinen Sprachunterricht" zur Information über Deutschland ist dabei fließend und die Beantwortung einer Fülle sehr unterschiedlicher Anfragen von interessierten Neuseeländern ist (ein durchaus spannender) Teil unseres Arbeitsalltags.

DEUTSCHES BROT UND WEIZENBIER

Inzwischen auch in Neuseeland zu finden

Kulinarisch betrachtet ist Deutschland bereits in der multikulturellen Gesellschaft angekommen: Wir essen indisch, chinesisch, griechisch, besitzen Kochbücher aus aller Welt, experimentieren gekonnt mit exotischen Rezepten am heimischen Herd. Pizza und Sushi haben längst Sauerbraten und Knödel von der Hitliste der Lieblingsgerichte verdrängt. Erst fern der Heimat stellen wir fest, wie deutsch wir trotz allem tief in unserem Inneren noch immer sind. Oder anders gesagt: Dass es trotz aller Weltoffenheit Dinge gibt, die uns in der Fremde plötzlich abgehen. Die uns, wenn wir ihrer doch habhaft werden können, plötzliche Glücksgefühle bescheren. Und wir stellen fest: Nicht nur Liebe geht durch den Magen - Gleiches gilt für Heimatgefühle. Sicher: Neuseeland ist nicht Mittelamerika, wo Reisenden außerhalb der großen Hotels morgens, mittags und abends Reis mit Bohnen vorgesetzt wird. Neuseeland ist auch nicht China, wo Reisende, die des Chinesischen nicht mächtig sind, Nervenstärke beweisen müssen, denn das blind von der Karte gewählte Gericht könnte ebenso gut Schwein wie Hund wie Ratte sein. Nein: Neuseeland macht es seinen Gästen leicht. Es ist das Land des wohl fangfrischesten Fisches, den wir je auf dem Teller hatten. Das Land der sowohl kontinentalen als auch pan-asiatischen Küche, die dem Gaumen an jedem Tag der Woche eine neue Entdeckungsreise ermöglicht. Ein Land, dessen Supermärkte den deutschen an Auswahl in nichts nachstehen... Bis auf...ja, bis auf eben diese eine oder andere Sache.

Brot zum Beispiel. Ich meine: Echtes Brot. Knusprige Kruste, dunkler Teig, fest im Biss. Brot, das man nicht mühelos auf die Hälfte der Größe zusammendrücken kann. Und auch kein Vollkorntoast, dessen Körner den Kenner auch nicht darüber hinwegtäuschen können, womit man es hier tatsächlich zu tun hat: Weißbrot mit Papp-Geschmack. Und schon gar nicht die Mogelpackung namens "Pumpernickel" oder "German Rye", erhältlich in einigen neuseeländischen Supermärkten. Mein Herz schlug höher, als ich es unverhofft in der Backwarenabteilung entdeckte. Doch als ich beglückt nach dem dunklen, mit Mehl bestäubten Laib griff, den würzig-herben Geschmack schon fast auf der Zunge spürte, rutschte mir die Vorfreude plötzlich aus dem Gesicht: Das Brot gab unter dem Druck meiner Finger nach wie eine Schaumstoffmatratze. Doch man kann den Kiwis daraus gar keinen Vorwurf machen: Wer mit Toastbrot aufwächst, ahnt ja gar nicht, was ihm entgeht. Wir schon - und backen einfach selbst! Mehl, Hefe, Öl, Salz, Wasser und gute Backöfen sind schließlich auch in Neuseeland problemlos erhältlich. Schwieriger wird das selbst machen jedoch bei manch anderen Dingen, die uns fern der Heimat Heißhunger verursachen und uns in unseren Träumen das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen: Weizenbier. Apfelwein. Thüringer Rostbratwurst. Guter Käse, der nicht sein Gewicht in Gold kostet. Oder sich mit Spezialitäten von down under zu trösten: Mit köstlicher Whitacker-Schokolade mit Kiwi-Stückchen. Milo - zum Frühstück oder als Schokoriegel zwischendurch. Prickelnd erfrischendem Bundaberg Gingerbeer auf viel, viel Eis. Und wenn wir erst Marmite statt Nutella aufs Brot streichen, ist es bereits zu spät. Denn eins ist gewiss: In Deutschland werden wir unseren Freunden von genau diesen Leckereien vorschwärmen - und sie verzweifelt in den heimischen Supermärkten suchen. Julia Schoon


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Last updated 19 October 2012


BIER - DES DEUTSCHEN LIEBSTES KIND

Boutique-Brauereien nicht zu verachten

NN-Foto: Braumeister Dennis Frings

Für viele Urlauber und Migranten aus Deutschland stellt sich früher oder später die elementare Frage , wie denn wohl das Bier in Neuseeland schmeckt. Die gute Nachricht ist, dass der Biermarkt an diesem Teil der Erde sehr in Bewegung gekommen ist. Während man vor zehn Jahren kaum ein anderes Bier als die regionale Spezialität bekommen konnte, ist der heutige Markt wesentlich offener und man kann in den meisten Läden eine grosse Auswahl vorfinden.

Die grossen europäischen Marken sind meist nun hier ebenso erhältlich, wenngleich diese nun meist lokal unter Lizenz in Neuseeland gebraut werden. Heineken z.B. machte den Anfang und nun werden auch Tuborg (hier hergestellt durch Independent Liquor) und 1664 (die Premiummarke von Kronenbourg) lokal produziert. Während das neuseeländische Heineken leider noch weit entfernt ist von dem Orginal aus Amsterdam, hat Tuborg einen fast nahtlosen Übergang geschafft, was umso interessanter ist, da Tuborg ein recht komplexes Bier (für den Fachmann: Würzesäurung durch natürliche Bakterien) für den Brauer darstellt.

Auch ein frisches Beck's ist leicht zu finden,obwohl es gemäss der Bremer Brautradition immer noch nur ausschliesslich in Bremen produziert wird, und es unwahrscheinlich ist, das die Produktion jemals ausgelagert wird. Grolsch wird von Heineken in Holland gebraut und versucht durch einen vehementen Preiskampf sich stärker in diesem Markt zu platzieren.

Wir sehen auch hier im Pazifik den gleichen Trend wie in Europa oder Asien vor 15 Jahren: die grossen Brauereien kaufen immer mehr kleine Produktionsstätten auf, um die Marken dann, meist ohne Ersatz, vom Markt zu nehmen. So haben die 5 grössten Brauereikonzerne insgesamt ca 75% des gesamten Weltmarktes in der Hand.

Erfreulich für den Verbraucher ist, dass der Preis aber im wesentlichen stabil geblieben, wenn nicht sogar leicht billiger geworden ist, und das trotz jährlich steigender Abgabenlast an die Regierungen (Alkoholsteuer). Diese Entwicklung lässt sich nur durch die Vergrösserung der Produktionseinheiten erklären. Einfach gesagt sind die Bierfabriken immer grösser geworden und produzieren mit immer weniger Personal immer höhere Mengen an Bier.

Im Gegenzug wurden unprofitable Braustätten abgestossen, auch wenn es sich zum Teil um ziemlich bekannte Biersorten der pazifischen Region handelt, wie z.B. Vaiilima in Samoa oder Tusker auf Vanuatu. Gerade die Einführung der unter Lizenz produzierten Biere zeigt zudem klar auf, dass die globalen Industrien den pazifischen Raum wesentlich ernster nehmen und als Absatzmarkt für die Zukunft identifiziert haben.

Darüber hinaus sollte man aber auch den lokalen Bieren seine Aufwartung machen: Neben den grossen Brauereien wie Lion und DB hat sich eine feste Gruppe mittelständischer Braubetriebe etablieren können (wie z.B. Macs oder Speights), die zwar unter dem Mantel der grossen zwei operieren, aber sich als anspruchsvollere Biere spezialisiert haben. Anders als in Australien, wo der Biermarkt mit deutsch klingenden Namen durchsetzt ist, ist die Braugeschichte hier in Neuseeland klar durch die englische Brauschule dominiert.

Als Resultat sind die meisten Biere leichter gehopft und meist noch mit obergäriger Hefe hergestellt. Um mit dem deutschen Brauerbund zu sprechen: "Bier braucht Heimat", weswegen der Tourist oder Neu-Neuseeländer ruhig einmal wagen sollte, experimentierfreudig zu sein. Wenn man nicht erwartet, genau das gleiche Bier hier vorzufinden, wie im Ort zuhause, wird positiv überrascht sein von der Unterschiedlichkeit der hiesigen Biere. Dennis Frings Brauhaus Frings »