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TÜREN FÜR NEUSEELAND STEHEN DERZEIT GANZ WEIT OFFEN

Auswanderungs-Boom

Es ist soweit - die Fernsehrealität hat ihre Eigendynamik entwickelt. Die Kamera ist nicht mehr nur Zeuge sondern mittlerweile auch Generator von Auswanderungsgeschichten. Der Zuschauer fühlt sich durch die Fernsehgeschichten animiert und wird immer häufiger selber zum Auswanderer - nach dem Motto: wenn die das schaffen, dann können wir das auch! Kein Wunder bei der Anzahl der Auswanderersendungen.

Mangels deutscher Fernsehzeitschriften in Neuseeland bin ich nur unzureichend über das tatsächliche Ausmaß informiert - aber aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Kabel 1 bis zu zwei Sendungen pro Woche über Auswanderer ausstrahlt - und dann gibt es ja noch RTL und SAT, die wohl auch die Auswanderungswelle abreiten. Inzwischen kann man sich "Mein neues Leben XXL" sogar auch im Internet anschauen: http://www.kabeleins.de/ doku_reportage/
mein_neues_leben_xxl/video/artikel/10848/.

Bei all dem Medieninteresse sollte man meinen, dass Neuseeland von deutschen Einwanderern überflutet wird! Die tatsächlichen Zahlen beweisen aber das Gegenteil - Deutschland wird mit zwischen ein und zwei Prozent mal gerade so von den Statistiken erfasst. Großbritannien bringt mit über zwanzig Prozent immer noch die meisten Einwanderer nach Neuseeland. Es ist unwahrscheinlich, dass jemals so viele Deutsche das Land nach Übersee verlassen, wie im benachbarten Vereinigten Königreich - und die Erklärung ist einfach und einleuchtend. Aufgrund der Kolonialgeschichte war und ist Neuseeland für Engländer wie eine zweite Heimat. Ich vermute daher, dass in Großbritannien Sendungen über Auswanderer nicht das gleiche Interesse finden wie in Deutschland.

Ob man aus England, China oder Deutschland kommt - es gelten die gleichen Einwanderungsregeln. Die Regeln im Detail darzustellen, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Ich möchte daher heute nur zu zwei wesentlichen Eckpunkten im Einwanderungsver-fahren Stellung nehmen: Englischkenntnisse und Arbeitsangebot. Dass gute Englischkenntnisse hilfreich sind, ist ein "no brainer", wie man hier sagen würde - es ist offensichtlich! Es geht aber auch mit beschränkten Kenntnissen. Zwar wird für die eigentliche Einwanderung (Residence Permit oder Daueraufenthaltserlaubnis) ein Englischtest verlangt, der sehr anspruchsvoll ist, man kann diesen aber in der Regel umgehen, wenn man hier in Neuseeland zunächst mindestens ein Jahr mit einer befristeten Arbeitserlaubnis (work permit) arbeitet. Es macht Sinn, schon vor der Auswanderung in Deutschland Englischkurse zu belegen. Wer nicht schon sehr gut Englisch spricht wird es aber auch trotz des Unterrichts schwer haben, den Test zu bestehen. Erfolgversprechender ist da schon der Sprung ins kalte Wasser - auf der Arbeit lernt sich die Sprache besser und schneller als auf der Schulbank!

Auch ein Job Offer hilft natürlich bei der Einwanderung. Und auch hier gilt - es geht unter Umständen aber auch ohne - allerdings nur für die Kandidaten, die den Englischtest bestehen! Wer den Englischtest nicht besteht, muss zwangsläufig über den Umweg eines Work Permits gehen! Hier sind ein paar Fallkonstellationen (nicht abschließend), wo es auch ohne Job Offer gehen kann:

  • 48-jähriger Wirtschaftsinformatiker mit über 10 Jahren relevanter Berufserfahrung,
  • 9-jähriger Schreiner mit mindestens 6 Jahren relevanter Berufserfahrung,
  • 39-jähriger Diplombetriebswirt mit mindestens 6 Jahren relevanter Berufserfahrung, verheiratet mit einer Diplomsozialpädagogin. Beide müssen den Englischtest bestehen!
  • 48-jähriger Doktor in Geschichte mit über 10 Jahren relevanter Berufserfahrung, verheiratet mit einer Köchin (mit Meisterbrief). Beide müssen den Englischtest bestehen!

In allen Beispielen ist es zurzeit (Stand 24. Oktober 2007) möglich, einen Residence Permit ohne Job Offer zu erhalten. In den ersten beiden Beispielen bestehen darüber hinaus auch gute Chancen auf dem neuseeländischen Arbeitsmarkt, so dass eine Jobsuche mit dem Residence Stempel in der Tasche gute Aussichten auf Erfolg haben sollte. In den letzten beiden Beispielen ist die Jobsuche selbst mit dem Residence Permit im Pass sehr viel schwerer (mal abgesehen von der Köchin), so dass genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen sollten, um sich hier eine neue Karriere zum Beispiel in der Selbständigkeit aufbauen zu können oder gar um sich zur Ruhe zu setzen.

Alle Beispiele sind ein Zeichen dafür, dass die Türen momentan weit offen stehen für alle die, die sich von der Aufbruchstimmung im Fernsehen haben anstecken lassen.


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Last updated 18 May 2008

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Die Artikel stammen von Peter Hahn, einem ehemaligen Rechtsanwalt aus Berlin, der seit 15 Jahren in Wellington lebt und dort unter der Firma Hahn & Associates Ltd deutsche Einwanderer und Geschäftsleute berät. Detailliertere Auskünfte gibt es online: Auswandern mit Peter Hahn >



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