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QUEENSTOWN

"Alte Damen" und moderne "Äktschn"

Die "Grande Dame" des Sees Wakatipu (bei Queenstown), der in Neuseeland legendäre Dampfer "TSS Earnslaw", ist über 90 Jahre alt. Ihre Geschichte ist die von Ausdauer, harter Arbeit und viel Tüftelei - eine typisch neuseeländische Geschichte also.
Die Earnslaw wurde als Fracht- und Passagierschiff vom New Zealand Railway Department in Auftrag gegeben und von John McGregor & Co. in Dunedin für den Preis von £20,850 konstruiert und gebaut. Die Earnslaw wurde in Einzelteile zerlegt und mit der Eisenbahn nach Kingston transportiert, wo sie mithilfe von 70.000 Nieten und 140 Stahlplatten wieder zusammengebaut wurde.
Das elegante 52 Meter lange Dampfschiff, benannt nach dem höchsten Berg der Gegend, lief am 18. Oktober 1912 in Kingston vom Stapel. >

Foto Real Journeys: Dampfschiff TSS Earnslaw auf dem Wakatipu See bei Queenstown

WANDERN AM LAKE WAKATIPU

Time-Walk durch Zeit-Epochen

Queenstown ist zweifelsohne die Abenteuer- und Adrenalin-Hauptstadt Neuseelands! Besucher aus aller Welt springen hier von Brücken und aus Flugzeugen, lassen sich an Stahlseilen in Schwebezustände katapultieren oder durch tosende Flüsse schwemmen. Die kleine Stadt pulsiert im Actionrausch und zieht Touristen und Investoren gleichermaßen an: ein neues Hotel hier, eine neue "Je-mehr-Adrenalin-desto-besser"-Attraktivität da.

Doch irgendwo zwischen all der Action, die Touristenherzen scheinbar höher schlagen lassen, hat sich Queenstown trotz allem seinen Charme bewahrt. Die Lage am Lake Wakatipu umsäumt von Bergen ist atemberaubend und lässt viele von Queenstown als der am schönsten gelegenen Stadt Neuseelands schwärmen. Die umliegende Landschaft ist nicht nur atemberaubend schön, sondern hat auch kulturell und geschichtlich einiges zu bieten. Unterschiedliche Tracks und Trails rund um Queenstown wandern auf den Spuren der Maori oder folgen den alten Routen der Goldgräber.

Ein sicherlich einzigartiges Projekt ist in dieser Hinsicht der Queenstown Time Walk. Der 1,7 Kilometer lange Wanderweg hinauf auf die Spitze des Queenstown Hill ermöglicht einen einzigartigen Aussicht über die Stadt, den See und die umliegenden Berge. Und - vor allem einen Einblick in die Geschichte der Gegend am Wakatipu. "Wir möchten den Besucher auf eine Zeitreise entführen und eine Brücke von der Vergangenheit in die Zukunft schlagen," erklärt eine Sprecherin des “Time-Walk”-Projektes. Der Trail beginnt unweit des Stadtzentrums. Nach einem kurzen Spaziergang durch einheimische Buchen- und Fichtenwälder wird ein
schmiedeeisernes Eingangstor erreicht, das das Leben der Maori symbolisch darstellt: Tauben und Fische als Nahrungsmittel, Blumen und Pflanzen als Rohstoffe. Die sechs entlang des Weges aufgestellten Informationstafeln geben einen Einblick in die unterschiedlichen Zeit-Epochen am Lake Wakatipu: Illustrationen über die Besiedlung der Maori, den Goldrausch und die Entwicklung Queenstows zur Adrenalinhauptstadt spannen einen Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart. Am Ende des “Time Walks”, auf der Spitze der Queenstown Hills, wird dieser Kreis symbolisch mit der Zukunft verbunden: Ein riesiger, aus Eisen geschmiedeter Korb, dem "Dream Basket". Und tatsächlich fängt man beim Blick über den Lake Wakatipu und die umliegenden Berge an zu träumen und wenn sich dann auf dem Rückweg Richtung Zivilisation das schmiedeeiserne Tor wieder schließt, ist man um vieles reicher geworden... >

Foto Tourism NZ: Lake Wakatipu

BUNGYSPRINGEN MIT NEUSEELAND NEWS

Es geht die Düse...

In Zukunft spaltet sich die Welt in zwei Lager: die, die den Nevis, den mit 143 Metern höchsten Bungy Jump Neuseelands gemacht haben und die, die es noch vor sich haben. Und wohl denen, die es sich noch im letzten Augenblick beim Anblick der freischwebenden Gondel in schwindelerregender Höhe anders überlegen. Beim Nevis wird alles darauf angelegt, selbst dem Unerschrockensten Angst einzuflössen. "Die Angst vorm Fallen rührt vom Mangel an Erfahrung" schreibt AJ Hackett in seiner Broschüre weise. Wohl wahr. Ich hab noch nicht mal Angst vorm Fallen, aber beim Nevis ging mir die Düse eins zu Tausend.
Das fing schon in der Gondel mit ihrem raffinierten Glasboden an. Unter uns gähnt die Tiefe einer massigen Schlucht und schliesslich ein dünner blaugrüner Streifen - der Fluss. Dazwischen - nichts, ausser unseren Kumpeln einer nach dem anderen nur an einem dünnen Gummiseil baumelnd. Während wir gespannt jeden Sprung bis ins kleinste Detail durch den Glasboden beobachten, schlägt mir das Herz im Hals.

Vorbei sind die Zeiten als ich mich wagemutig von Brücken stürzte - das hier ist fast eine Schuhnummer zu gross. Aber nicht nur ich habe mich weiterentwickelt: das Bungy Jumpen hat sicherlich auch eine Entwicklung hinter sich seit meinen ersten Brückensturzzeiten vor 4 Jahren. Heutzutage wird jeder 3mal gewogen und eines jeden Leben an ein dementsprechendes Seil gehängt. "Bungy Jumpen ist eine der sichersten Abenteuersportarten", versichert mir später Sharon Went von Destination Queenstown. Das würde ich ihr ja gerne glauben, aber erstens wird sie für dieses Statement bezahlt und zweitens hat jede Statistik einen Haken, und der möchte ich nun mal nicht sein.
Wie es mein Schicksal will, bin ich die leichteste und werde folglich als letzte springen. Die Statistik arbeitet gegen mich, denn alle kommen heil und mit einem breiten Grinsen wieder oben an und dann bekomme ich meine attraktiven Knöchelwärmer und Sicherheitsgurte umgeschnürt. Auch dieses System kann als Weiterentwicklung der Handtücher, die vor ein paar Jahren hierfür benutzt wurden, betrachtet werden. Der Sicherheitstechniker spricht ein paar aufmunternde Worte, während ich mit Argusaugen verfolge, wie er die Karabinerhaken des Bungy Gurtes in mein Knöchelsystem einklickt. Leider hab ich keine Ahnung, ob er es richtig gemacht hat und hoffe nur, dass das mal gut geht.
Mit kleinen Schritten geht es dem Abgrund entgegen. Diesmal bin ich den Jungs dankbar, dass sie rückwärts zählen, denn ansonsten würde ich vermutlich niemals springen. Aber als Feigling möchte ich dann doch nicht dastehen und so stosse ich mich beherzt auf "Eins" von der Plattform ab.
Wow - fliegen ist cool! Ich hab keine Ahnung, wie lange es dauert, bis man 143 Meter in die Tiefe gesackt ist, aber als mich das Sicherheitsseil sanft in die Gegenwart zurückholt, bin ich überzeugt, man hat mich um mehrere 100 Meter betrogen. Tina Hartung

WO ADRENALIN IN STRÖMEN FLIESST

Nichts für ungut, aber nichts für Angsthasen

Nichts hat sich geändert seit den Tagen des Goldrushes in Queenstown: das Städtchen, das berühmt wurde durch den grössten Goldrausch, den die Welt je erlebt hat, fiebert heutzutage im Rausch des grössten Adrenalinstosses.
Queenstown ist nichts für Herzkranke, der Puls der Stadt schlägt etwa doppelt so schnell wie der Rest der verschlafenen Südinsel und zwar bei Tag und bei Nacht. Von der ersten Sekunde an wird der Besucher in einen Sog von am Fliessband produzierten Herzattacken versetzt. Neuankömmlinge erkennt man daran, dass sie die Philosophie "Höher-Weiter-Aufregender" noch nicht ganz verinnerlicht haben und noch schnöde in den Geldbeutel schielen, aber spätestens nach der ersten halben Stunde geifern auch sie nach immer aufregenderer Action und die auflaufende Kreditkartenrechnung dient als weiterer Kick.
Queenstown macht es ihnen leicht. Die Stadt, die einen Preis für ihre Entwicklung im Tourismusbereich erworben hat, bietet neuerdings "Action-Combos" an, bei denen sich der Unerschrockene zum Sonderrabatt von einem haarsträubenden Abenteuer ins nächste stürzen kann. Und wer nicht wenigstens einen waghalsigen Sprung über zig Meter nur gebremst durch ein bisschen Latex aufweisen kann, der sollte abends beim Bier lieber den Mund halten oder sich eine gute Story ausdenken.
Weitere Action-Highlights sind: der Welt aufregendster Jetboot-Trip, Wildwasser-Rafting, Jeep-Safari, River-Boarding oder ein Mountainbiketrip durch den legendären Skipper's Canyon.
Unweit von Queenstown, am Fusse des Skigebiets Coronet Peak wunderschön gelegen, befindet sich das Southen Lakes English College, das aufgrund seiner exquisiten Lage und attraktiven Freizeit- sowie Kursangeboten für Englischschüler nichts zu wünschen übrig lässt.

Queenstown wäre unerträglich gäbe es da nicht auch noch eine andere Seite zum Adrenalinrausch. Das Städtchen direkt am romantischen Wakatipu-See umrahmt von der Gebirgskette "The Remarkables" hat eine Toplage und zählt zurecht zu einem der schönsten Städtchens Neuseelands. Fast das ganze Jahr über sind die Remarkables mit Schnee gepudert - ein spektakulärer Anblick. Daher auch der Name ("die Beeindruckenden"). Im Winter gehört Queenstown zu einem der abwechslungsreichsten Skigebiete ganz Neuseelands mit drei grossen Skigebieten in unmittelbarer Nähe: Coronet Peak, The Remarkables und Cardrona.
Queenstown bietet erstklassige Einkaufsmöglichkeiten: Eine Fussgängerzone mit Geschäften von internationalem Standard und Format, alle bequem zu Fuss zu erreichen, und ein idyllisches Innenstädtchen direkt am See mit wunderschönen Cafes und Restaurants zum Draussensitzen. Und jede Menge "Weirdos" (wie der Kiwi skurrile Typen zu nennen pflegt) zum Beobachten über die Kaffeetasse hinweg.
Ein Wahrzeichen besonderer Art ist der Dampfer TSS Earnslaw - die betagte, aber nicht weniger würdevolle Dame des Sees. Die Earnslaw verkehrt auf dem See seit fast 90 Jahren und ist weltweit eines der letzten historischen Dampfschiffe im Dienst. Die Earnslaw bringt mehrmals am Tag Besucher zur Walter Peak Station, einer Show-Farm in den Bergen jenseits des Sees. Neuerdings wird auch Entspannung gross geschrieben in Queenstown. Die Stadt wird in zunehmendem Masse Konferenzzentrum und die gestressten Konferenzteilnehmer suchen nach Erholungsbädern und erquickenden Massagen. Und nicht zuletzt die action-geplagten Touristen lechzen nach Erholung von ihren gestressten Muskeln.


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Last updated 18 May 2008

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Foto Real Journeys: Schafscher-Vorführung auf der Walter Peak-Farm bei Queenstown

Um bei ihrer Jungfernfahrt nach Queenstown dabei sein zu können, kamen Leute von überall her, sogar aus Invercargill und Dunedin. Bei ihrem Einlauf in Queenstown wurde die Earnslaw stürmisch am Pier empfangen und viele staunten über ihre Grösse. Der nächste Tag wurde kurzerhand zu einem Feiertag erklärt und die Einwohner Queenstowns zu einer Sonderfahrt nach Glenorchy eingeladen. Nicht weniger als 500 Passagiere nahmen an dieser Fahrt teil, um den vornehmen Speisesaloon mit Samtbezügen und Golddekoration zu bewundern und sich an der ungewöhnlichen Geschwindigkeit der Earnslaw zu berauschen. Die "Lady of the Lake", wie die Earnslaw liebevoll genannt wird, hat seitdem Millionen von Passagieren und viele Tonnen Fracht über den See transportiert und war ein wichtiges Bindeglied zwischen den verstreut am See liegenden Farmgemeinschaften. Noch heute füllt sie eine wichtige Funktion, indem sie die Walter Peak Station und die Strasse von Te Anau durchs Hinterland bis zu sechs mal täglich mit Queenstown verbindet und dabei eine herrliche Touristenattraktion bietet. 1969 kam die Earnslaw fast zum Alteisen, als ihre Dienste nicht mehr benötigt schienen. Es ist Fiordland Travel (heute Real Journeys) zu verdanken, dass das Dampfschiff aus vergangenen Zeiten noch immer auf dem See Wakatipu seine Runde dreht und noch immer tip top in Schuss ist. Die Earnslaw gilt als das älteste noch dienende Dampfschiff in der südlichen Hemisphäre und ist mit Sicherheit eines der ältesten weltweit. Den betagten Dampfer in voller Aktion zu sehen und zu erleben sollte auf keiner Neuseelandreise fehlen. Passagiere können während der Fahrt in den Maschinenraum hinunterblicken und sind eingeladen, auch schon mal selbst Hand anzulegen und Kohle in die beiden riesigen Öfen zu schaufeln. Ein Erlebnis, nicht nur für Technikfans!

Auf den Spuren des Goldrausches

Einen ganz anderen Einblick in die aufregende Geschichte Queenstowns bietet der Ben-Lomond-Arthur's-Point-Track. Horden von Goldgräbern fielen auf der Suche nach dem großen Glück vor fast 150 Jahren in die Gegend um den Lake Wakatipu ein. Innerhalb kürzester Zeit wurden Häuser und Hütten gebaut, Geschäfte eröffnet und Versorgungswege erschlossen. Kaum ein Gebäude existiert heute noch und aus den einstigen Pfaden sind meist asphaltierte Strassen geworden. Ein kleiner Teil dieses Wegenetzes hat die Jahrzehnte überdauert und wird heute als Wandertrack genutzt. Der Ben Lomond - Arthur's Point Track ist einer jener Trails, der die Besucher in eine faszinierende Landschaft voller Geschichte und atemberaubender Natur entführt. Der Trail
beginnt gleich hinter der Jugendherberge in Queenstown. Der erste Abschnitt des Trails ist ein steiler Aufstieg zum Ben Lomond Saddle, ca. 1500 Meter über dem Lake Wakatipu. Die Strecke wurde einst als Hauptzufahrtsweg zu den alten Goldgräbersiedlungen Sefferstown und Skippers Canyon genutzt. Der Weg zur Spitze des Ben Lomond ist recht steil jedoch jede Mühe wert: der Blick über die Berge der Southern Alpes und des Fjordland Nationalparks ist einfach atemberaubend. An klaren Tagen kann man sogar die schneebedeckten Spitzen des Mount Earnslaw und des Mount Aspiring sehen und wer früh auf den Beinen ist (Taschenlampe nicht vergessen!) kann von hier aus erleben, wie die Sonne hinter den nahgelegenen Remarkables aufgeht. Von der Spitze des Ben Lomond nach Sefferstown ist es nur eine eineinhalbstündige Wanderung entlang des Bowen Peak. Mit Ausnahme des ehemaligen Schulhauses ist von Sefferstown nichts übrig geblieben. Die Gegend vermittelt jedoch einen fast schon gespenstischen Eindruck darüber, wie mühevoll das Leben der Pioniere gewesen sein muss. Nicht ganz so mühevoll ist der restliche Abschnitt des Trails, der Moonlight Track. Die Strecke diente einst als Hauptzufahrtsweg zu den Kupferminen am Moke Creek und den Moonlight-Goldminen. Heute kann nach 2-3-stündiger Wanderung durch faszinierende Landschaften und eindrucksvoller Geschichte Arthur's Point erreicht werden.

Weitere Informationen über den Queenstown Hill oder den Ben Lomond Track, sowie über unzählige andere Tracks und Trails rund um den Lake Wakatipu sind im Department of Conservation in Queenstown erhältlich.

Foto: Bungysprung in Queenstown

SKIPPERS CANYON
Wenn Winky Hohneck anfängt zu erzählen, wird die illustre Geschichte des Skippers Canyon, der etwa 10 km flussaufwärts hinter Queenstown anfängt, lebendig. Winky hat ihr ganzes Leben im Skippers Canyon verbracht. Hier fing vor 140 Jahren der grösste Goldrausch der Weltgeschichte an. Winky's Ur-Urgrossvater Alf Smith war 1862 unter den ersten Goldgräbern. Der Shotover River durch den Canyon beherbergte einst die grössten Goldschätze, die je per Quadratmeter weltweit gefunden wurden. Nachdem Goldgräber 120 Jahre lang den Fluss und weite Teile seines Uferbettes abgesucht hatten - in der Zeit des grössten Goldrausches waren etwa 4.000 Goldgräber gleichzeitig zugange - förderte die L & M Mining Gesellschaft zwischen 1980 und 1992 noch einmal unter Aufgebot aller Maschinen sage und schreibe 1459kg Gold im Wert von 26 Millionen Dollars. Winky hat ein Museum aus allerlei Fundstücken eingerichtet, das dem Besucher einen guten Einblick in das Leben der ersten Bewohner des Skippers Canyon gibt.

Foto Tourism Holdings: Queenstown ist das Zentrum für Adrenalin-Junkies


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