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NEUSEELAND: GRÖSSTER TINTENFISCH DER WELT

Im Nationalmuseum Te Papa in Wellington

Foto: Wissenschaftler aus verschiedenen Nationen untersuchen den größten Tintenfisch der Welt im Nationalmuseum Te Papa in Neuseeland

Rund acht Meter lang, etwa 500 Kilogramm schwer und Augen so groß wie Restaurant-Teller: der im vergangen Jahr in der antarktischen Ross See gefangene und zunächst auf Eis gelegte Riesentintenfisch ist das größte bislang intakte Exemplar, dass seit Menschengedenken von dieser Spezies gefunden wurde. Im neuseeländischen Te Papa Nationalmuseum in Wellington ist der “Colossal Squid” in einer mehrtägigen Prozedur aufgetaut und von internationalen Wissenschaftlern untersucht worden. Diese Tintenfischart ist ein noch völlig unbeschriebenes Blatt hinsichtlich Lebensweise, Größe, Ernährung, Fortpflanzung und Lebensdauer. Die Forscher erhofften sich Antworten auf viele Fragen und wurden nicht enttäuscht. Im Februar 2007 hatte ein neuseeländisches Fischereiunternehmen, das auf den Fang von bis zu zwei Meter langen antarktischen Seehechten aus war, auf einmal einen an die acht Meter langen Riesentintenfisch an ihrer Langleine.

Das Tiefseelebewesen war gerade dabei, einen der Seehechte zu fressen, als es aus etwa 1000 Meter Tiefe mit an die Oberfläche gezogen wurde. "Nachdem das Tier bereits am Ableben war, entschlossen sich die Repräsentanten der Fischereibehörde an Bord den Tiefsee-Squid für Forschungszwecke einzufrieren und mitzunehmen", erklärte Neuseelands Fischerei-Minister Jim Anderton seinerzeit. Der "Colossal Squid" unterscheidet sich durch seinen übergroßen Körper und die Beschaffenheit der kleineren Tentakeln vom "Giant Squid". Zweireihige drehbare, rasiermesserscharfe Haken an den Fangarmen machen den Tiefseebewohner zum aggressiven, kraftvollen und gefährlichen Jäger. Seine Augen von bis zu 30 cm Durchmesser sind vermutlich die größten in der bekannten Tierwelt. Bislang fand man nur einzelne Tentakeln dieser Spezies in den Mägen von Pottwalen, deren Nahrung zu etwa 77 Prozent aus Tintenfisch besteht. 2003 tauchte ein weibliches Exemplar auf, das fünf Meter lang war. Doch wie groß werden diese Tiefseemonster wirklich? Wieviele Tiere der noch völlig unbekannten Spezies leben in über 1000 Meter Tiefe in dem Gebiet südlich Neuseelands?

Der "Colossal Squid" war seit seinem Fang im Nationalmuseum Te Papa in Neuseelands Hauptstadt Wellington eingefroren gelagert. Zunächst sollte das zu untersuchende Objekt aufgetaut und anschließend obduziert werden. Das Augenmerk der Wissenschaftler lag auf den Vermessungen des Tieres, einer DNA-Probe und der endgültigen Bestimmung des Geschlechts. "Auch der Magen und sein Inhalt, sowie das Gebiss und Teile der Maulöffnung werden untersucht", erklärte Dr. Carol Diebel, Leiterin der Abteilung "Natural Environment". "Das Tier hat ein sehr interessantes “Gebiss”. Zwei Kauleisten und eine Art Zunge, die mit Zähnen besetzt ist, zerkleinern die gefangene Nahrung. Es scheint auch ein Zusammenhang zwischen der Größe der Maulöffnung und der Größe der Spezies selbst zu bestehen. Anhand der Beschaffenheit lassen sich Rückschlüsse auf Größe, Ernährungsweise und Lebensraum ziehen. Nachdem das Maul des “Colossal Squid” 42,5 Millimeter mißt, in Pottwalmägen aber bereits Maulöffnungen von bis zu 49 Millimeter gefunden wurden, ist definitiv belegt, dass es noch wesentlich größere Exemplare der Riesentintenfische von bis zu 20 Meter Länge in den Untiefen der Antarktis geben muss. >>

Foto: Boots-Skipper John Bennett mit dem "Colossal Squid" vor Neuseeland


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Last updated 22 April 2015


Fotos diese Seite: Nationalmuseum Te Papa, Wellington, Neuseeland. Die Tentakeln des "Colossol Squid" mit rasiermesserscharfen Haken

Während die Tentakeln und Teile des gallertartigen Körpers durch die Erwärmung bereits instabil wurden, schrumpften und abzubrechen drohten, taute das Innere des Tieres, isoliert durch den Körper, erst acht Stunden später auf. So untersuchten die Wissenschaftler zunächst die bereits aufgetauten Körperpartien. Das Auge des Tieres ist mit seinem Durchmesser von 30 cm das tatsächlich größte bisher untersuchte Auge eines Lebewesens. "Wozu braucht ein Tintenfisch, der 1000 Meter und tiefer unter dem Meeresspiegel lebt, solch ein überdimensionales Organ,” fragt Dr. Eric Warrant von der Universität in Lund in Schweden.

"Die weitere Untersuchung zeigte uns jedoch, dass die Riesentintenfische extrem große Pupillen haben. Das erlaubt ihnen, auch das letzte Photon Licht in den Untiefen ihres Lebensraumes wahrzunehmen und Beute in der absoluten Dunkelheit zu erkennen und zu jagen." Die Fangarme und Tentakeln sind tatsächlich nicht nur mit Saugnäpfen bestückt, wie beim passiven Giant Squid, sondern mit drehbaren kleinen Widerhaken. Der Mageninhalt des Tieres lässt darauf deuten, dass Tintenfische kannibalistisch sind, sich gegenseitig jagen und fressen. "Colossal Squids" werden nach den neusten Erkenntnissen nur etwa ein bis eineinhalb Jahre alt und haben damit eine enorm hohe Wachstumsrate im Tierreich. Die Forscher planen nun in Zusammenarbeit mit dem Te Papa Museum eine Antarktik-Expedition, bei der sie versuchen wollen, mit Spezialkameras die Tiefseemonster in über tausend Meter Tiefe zu filmen.

Der Riesentintenfisch wird derzeit in einer Formalin-Lösung aus über 8000 Litern über die Dauer von einem Monat haltbar gemacht. Durch den chemischen Prozess verhärten sich die Körpermoleküle, ähnlich wie bei einem Kochvorgang und erhalten so Form und Beschaffenheit des Körpers des Riesentintenfisches. Gegen Ende 2008 können die Besucher dann den "Colossal Squid" als neue Attraktion in einem speziell angefertigten Riesenglasbehälter im Te Papa Museum in Wellington bestaunen. Die gesamte Untersuchund und Sezierung durch die Wissenschaftler wurde life per webcam rund um den Globus übertragen und fand bei über 2000 Fans großen Anklang. Zudem filmte der TV-Sender "Natural History New Zealand" über drei Tage lang und wird die Resultate in einer “Discovery Channel”- Dokumentation Ende des Jahres weltweit veröffentlichen. Anja Schönborn

Neuseelands Nationalmuseum Te Papa Tongarewa

Foto: Der Riesentintenfisch wird in der antarktischen "Ross Sea" südlich von Neuseeland an Bord gehieft