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WANGANUI

Leben am Strom

Die kleine Stadt Wanganui hat ihren Namen vom gleichnamigen Fluß, der sich durch den Whanganui Nationalpark schlängelt. Dieses rauhe Stück Natur - eine der schönsten Wildnisse Neuseelands -liegt westlich der Hauptreisestrecke Wellington - Taupo und damit ein bißchen abseits. Früher ein Geheimtipp unter Kajakfans in Neuseeland, erfreut sich der mysthische Fluß mit seinen 239 Stromschnellen auf 200 Kilometern Länge einer steigenden internationalen Reputation. Die Reise in den Nationalpark beginnt in der Stadt Wanganui, die Besucher auf die kommenden Abenteuer einstimmt. Eine Fahrt mit dem historischen Schaufelraddampfer MS Waimarie ist zweifellos der Höhepunkt eines jeden Aufenthalts in Wanganui und hilft außerdem eine Stiftung zu unterstützen, die die betagte Dame für Wanganui und seine Besucher erhält und pflegt. Während der zweistündigen Fahrt erzählt der Kapitän von Land und Leuten, so dass die glorreiche Geschichte des Flusses vor dem geistigen Auge des Besuchers lebendig wird. Passagiere haben Gelegenheit, den eindrucksvollen Motorraum zu besichtigen und selbst Kohlen nachzulegen. Die Dampferfahrt kann jedoch nur als der Anfang aller Expeditionen auf dem Fluß betrachtet werden. Wer nicht wenigstens noch eine 2-4 tägige Paddeltour von Pipiriki oder Taumarunui den Fluß hinunter nachschiebt, der hat das Wesentliche dieser Gegend verpaßt. Doch zurück zum Stadtspaziergang: Das Regionale Museum in Wanganui ist eines der bedeutensten Provinzmuseen und ist berühmt für seine ständige Maori-Ausstellung. Hier kann die erlebnisreiche Maori-Geschichte des Flusses nachempfunden werden. Ein 23 Meter langes "Waka" (Kanuboot der Maori) aus dem Jahre 1810, das etwa 70 Krieger aufnehmen konnte, ist Zentrum der Ausstellung. Außerdem Teil des Museums ist eine authenthische Darbietung der traditionellen Maori-Holzschnitzerei mit aufschlußreichen Erläuterungen. Besucher sind eingeladen, beim Schnitzwerk mitzuhelfen oder Vorschläge zu dessen Gestaltung zu machen. Dieser Workshop ist eine wunderbare Alternative zu den kommerziellen Maori-Kunst-Präsentationen anderswo in Neuseeland.

Foto: Malcolm Summerville

Die Sarjeant Galerie ist ein Prunkbau im Art Deco Stil und unverkennbares Wahrzeichen von Wanganui mit seiner von weither erkennbaren weißen Kuppel. Bereits 1930 wurde die Sarjeant Galerie als Kunstmuseum gebaut und beherbergt etwa 4,000 Ausstellungstücke, die in diesem architektonischen Kleinod bei natürlichen Lichtverhältnissen voll zur Geltung kommen. Regionale Künstler vergangener Zeiten hängen hier einträchtig neben modernen neuseeländischen und englischen Künstlern. Wem bei soviel Kultur nach einem kleinen Päuschen der Sinn steht, der findet Entspannung in einem der vielen netten Cafes der Innenstadt. Besonders empfehlenswert ist das Legend Café an der Somme Parade direkt am Fluß. Gleich nebenan befindet sich Wanganuis einziger Backpacker, The Tamara Lodge, der auch Motelunits hat. Unweit von Wanganui, etwa 20 Autominuten Richtung Hawera und New Plymouth, befindet sich Bushy Park, ein historisches Homestead inmitten eines bis zu 800 Jahre alten Waldbestandes. Die Gästezimmer sind erst vor kurzem fast im Originalzustand von 1906 renoviert worden und auch der Rest des weitläufigen Hauses präsentiert sich im vollendeten Charme einer längst verflossenen Ära.

Das ideale Klima um Wanganui sorgte schon früh (etwa 1860) für Besiedlung durch Europäer, die in relativer Eintracht mit den Maori am Fluß lebten. Viele Besucher kamen zusätzlich in diese Gegend, die schon im 19. Jahrhundert touristisch erschlossen wurde. Die Flussfahrtgesellschaft Alexander Hatrick & Company verfügte über insgesamt 12 Dampfboote, die zwischen Taumarunui und Wanganui unterwegs waren. Eines davon ist die PS Waimarie aus dem Jahre 1899, die in London konstruiert wurde und im Bausatz nach Wanganui kam. Ihr ursprünglicher Name war Aotea, aber Alexander Hatrick taufte sie 1902 in Waimarie (Glück) um. Die Waimarie transportierte 50 Jahre lang Waren, Post, Anlieger und Touristen auf dem Whanganui River und meisterte dabei so manche Stromschnelle. Sie wurde 1949 aus dem Betrieb genommen und sank an ihrem Anlegeplatz 1952. Erst 40 Jahre später erkannten Wanganui Bürger das Potential und schafften sie mit Hilfe vieler Freiwilliger in das Bootszentrum, wo sie 3 Jahre lang liebevoll restauriert wurde und erst vergangenes Jahr ihren Dienst wieder aufnahm.

AORANGI

Eine der wichtigsten Wanderungen

Auf dem Weg in das River Valley ist der Berg Aorangi mit seinem Felsengürtel unterhalb des flachen grünen Plateaus schon von weitem zu sehen. Das flache Land um den Berg macht ihn zu einem prominenten Wahrzeichen. Gestartet wird morgens im River Valley mit einem kurzen Helicopterflug, der die Wanderer zusammen mit einem einheimischen Maori als Begleiter unterhalb eines Felsengürtels auf dem 1.230m hohen Berg absetzt. Der kurze Flug offeriert einen Blick in den tiefen Rangitikei River Canyon und über die Ruahine Ranges. Auf dem Berg angekommen, bietet sich eine faszinierende Aussicht: alle Vulkane des Tongariro National Parks bis hinüber zum Vulkan Taranaki an der Westküste sind zu sehen. Die Legende des Maori Tamatea Pokai Whenua, wie er dieses Land eroberte, erzählt sein Nachkomme, der Maori Begleiter auf der Tour. Für die Maori hat dieser Berg spirituelle Bedeutung. Ein Teil auf der Spitze ist tapu und ein heiliger Ort, da dort einige Häutlinge des Stammes begraben sind.

An einer Seite des hohen Felsengürtels befindet sich bis hinauf zur Spitze feiner gelber Sand, wie am Strand. Ein kleiner steiler Anstieg führt zum Bergplateau. Oben angekommen, eröffnet sich ein teilweise dicht naturbelassenes Waldgebiet mit hohen Bergzedern(Foto l.) und großen Podocarpaceen Bäumen. Diese alte Familie der archaischen Koniferen ist vorwiegend auf der südlichen Hemisphäre verbreitet. Die Ahnenreihe geht 200 Mio. Jahre zurück und sie dominierten in den Gondwanaland-Wäldern der Kreidezeit, in denen sich die Dinosaurier herumtrieben. Dazu gehören: Miro (Brown Pine aus sehr hartem schweren Holz), Matei (Black Pine), Kahikatea (White Pine), Rimu (Red Pine) und Totara mit einer dicken mehrschichtigen Rinde. Die Mountain Totara hat nur eine dünne Rinde. Mit sehr feinen kleinen Blättern wachsen hier die Kowhai Bäume, die im Frühling mit ihren gelbe Blüten die Tuis anlocken. Einige Bäume wachsen in Windrichtung und erhalten dadurch eine skurrile beeindruckende Form. Andere, deren Äste im Sturm abgebrochen sind, treiben an der Spitze des leblos aussehendes Stammes wieder aus. Verschiedene dunkelgrüne Moose und Bromelienarten wachsen auf den Bäumen.

Der Boden ist übersäht mit einer kleinen weichen Farnart. Tuis und rote Schmetterlinge fliegen herum, andere Vögel sind lautstark zu hören. Die Spuren von Hirschen und wilden Schweinen sind sichtbar. Einige Büsche, deren Blätter und Wurzeln die Maori als Medizin verwenden, erläutert der Begleiter. Nach der Überquerung des flachen Plateaus geht es an der Westseite durch dichte Büsche bergab. Unterhalb des hohen Felsengürtels führt ein Weg vorbei an einer Quelle zu einem überhängenden Felsen. Darunter befindet sich eine Schutzhöhle gegen Wind und Regen. Vor vielen Jahren übernachteten zwei Maori, die auf der Jagd waren, unter diesem Felsenvorsprung. Das Lagerfeuer brannte noch als sie sich schlafen legten. Einer der Beiden wachte mitten in der Nacht auf und sah Eidechsen um das Feuer tanzen. Er weckte seinen Freund auf und sie verließen diesen Ort umgehend. Weiter geht es nach einem kleinen Anstieg zum Lunch-Platz, der unterhalb des Felsengürtels in Richtung Westen liegt. Die Aussicht über das flache Land bis zum Ruapehu, Ngauruhoe, Tongariro und Taranaki ist beeindruckend. Ein leckerer Lunch wird gestellt. Einige alte Geschichten rund um den Berg und die Umgebung werden berichtet. Bergab führt der Pfad durch naturbelassenen Wald mit über 100 Jahre alten Bäumen, vorbei an Farnbäumen und dem Mountain Cabbage Tree mit seinen sehr breiten Blättern. Ein rot blühender Pirirangi, Misteltoe, überrascht die Wanderer. Diese Mistel-Art wächst auf Buchenarten und ist sehr selten zu finden. Auf dem weichen Boden wachsen teilweise Tussockgras und verschiedene Farnarten. Wer Glück hat, sieht Hirsche auf dem Weg ins Tal. Der Wald öffnet sich und unten im Tal rauscht der Rangitikei River. Der letzte Teil hinunter zum Fluß führt vorbei an breiten Flachsbüschen. Mit einer Drahtseilkabine überquert die Gruppe am Nachmittag den Rangitikei River zum Ziel und Start der Wanderung: zur River Valley Lodge. >

Foto Ch. TeAkau: River Valley Lodge

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Last updated 12 August 2011


Foto River Region: Touristenattraktion Schauffelraddampfer "Waimarie"

WHANGANUI - INFOS
Lage: Der Whanganui River entspringt am Vulkan Tongariro in der Zentralen Nordinsel, fließt nach Nordwesten vorbei an Taumarunui und dann südlich durch den Whanganui National Park zur Mündung in die Tasman See bei der Küstenstadt Wanganui. Täglicher Busverkehr von Wanganui bis Pipiriki auf der River Road. Attraktion: Es ist der zweitlängste Fluß der Nordinsel und der längste schiffbare Fluß Neuseelands. Große Abschnitte sind nur per Boot zu erreichen. Die Bridge to Nowhere, eine Betonbrücke die in den 30er Jahren für Farmer gebaut aber nie ans Straßennetz angebunden wurde, steht einsam mitten im Dschungel. Per Kanu- und Jetboottouren erreichbar. Im unteren Teil fließt der Whanagnui River durch ein Tal, das vor 2 Millionen Jahren unter dem Meeresspiegel gelegen hat. Sehr viel gut erhaltene und artenreiche Natur. Mückenschutz ist sehr empfehlenswert. Unterkünfte: Am Ufer sind einige Zeltplätze vorhanden. Im unteren Teil der River Road befinden sich einige Farm- und Homestays.

Foto: Searjant Kunst-Galerie

Das Gebiet der Ruahine Berge, die zwischen Taihape, Hastings und Palmerston North liegen, beherbergt im Norden den Berg Aorangi. Er liegt auf privatem Gelände eines Maoristammes, der Angehörigen erlaubt auf die Jagd zu gehen. Aorangi Experiences, ein Zusammenschluß des Maoristammes und Pakeha aus dem River Valley, eröffneten dieses Wandergebiet. Es ist ausgelegt für kleine Gruppen mit höchstens 10 Personen. Es befinden sich keine öffentlich zugängigen Wanderwege auf diesem Berg. Die Natur und die darin lebenden Tiere sollen geschützt bleiben und nicht “zertrampelt' werden. Es ist eine Tour, die sich dem Ecotourismus verschrieben hat. Mitzubringen für diese ca. 6 stündige Wanderung sind gute Wanderschuhe, warme Wanderkleidung, Regenschutz, Sonnencreme und Getränke für den Tag. Diese Bergwanderung beansprucht die Knöchel und Knie, da es fast nur bergab geht. Ein gutes Maß an Fitness sollte vorhanden sein. Christiane Te Akau

Foto Ch. TeAkau: Aorangi-Felsgürtel