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BOOTSTOUR ZU FASZINIERENDER HÖLLENINSEL

White Island - Ein Vulkan im Meer

Foto Ch. TeAkau: "Crater Bay" auf White Island

Mit Blauem Himmel, Sonnenschein und einer
leichten Brise sind die idealen Voraussetzungen für eine Bootstour nach White Island erfüllt. Vom Festland aus sind die aufsteigenden Rauchwolken der 48 km östlich vor der Bay of Plenty gelegenen Insel schon zu sehen. Zirka zwei Stunden sind für die Überfahrt geplant
.

Der Abstand zu der 1769 von Kapitän Cook entdeckten Insel verringert sich mehr und mehr. Die überwiegend braunen Felswände ragen aus dem blauen Pazifik empor. Aus der Mitte des Kraters, der zwischen 150.000 und 200.000 Jahre alt ist, steigen weiße Rauchwolken auf. Unterwegs können wir einen großen Schwarm von Delfinen bestaunen. Sie schwimmen direkt unter dem Boot und an den Seiten mit der Bugwelle vorbei.
In der Crater Bay, an der nördlichen Seite von Whakaari, der Maori Name für White Island, ankert das Schiff. Das blaue Meerwasser ist im Uferbereich teilweise gelb-grün eingefärbt. Aus dem Krater ablaufenden Rinnsale mit hohem Schwefelgehalt sind die Verursacher dieser farbenprächtigen chemischen Reaktion. Ein Schlauchboot mit Außenbootmotor bringt die Passiere an Land. Aus Sicherheitsgründen muss jeder einen Sturzhelm aufhaben und eine Atemmaske mit sich tragen. Die austretenden Schwefel-Gase können Reizhusten und Atemprobleme auslösen. In kleinen Gruppen aufgeteilt beginnt nach einigen Sicherheitshinweisen die Tour in die ungewöhnliche Mondlandschaft. Die zwei Begleiter beschreiben alles sehr ausführlich und beantworten jede Frage.

Die massiven Kraterwände beeindrucken mit ihren unterschiedlichen Gesteinsfarben, die in verschiedene Gelb-, Braun- und Rottönen mit Grauabstufungen vor dem blauen Himmel irreal wirken. An einigen Flanken steigen kleine Rauchwolken hervor. Der Schwefelgeruch, der an Chemieunterricht und verfaulte Eier erinnert, ist unverkennbar. Auf dem Weg zum Kratersee geht es vorbei an ausgetrockneten Bachbetten, die mit unterschiedlichen gelben bis orange-roten Ablagerungen bedeckt sind. Die Farben entstehen durch unterschiedliche Mineralien, wie Magnesium, Schwefel, Eisen und Kalzium. Aus zitronengelben Schloten, den so genannten Fumarolen, dampft der Schwefel und im Sonnenlicht reflektieren die Kristalle. Unterhalb von 95 Grad Celsius wandeln sich diese um in sehr feste, hellgelbe prismen- oder pyramidenförmige spitze Kristallstückchen, die am Wegesrand zu sehen sind. Oft befinden sich direkt neben den Schwefelkristallen weiße, fast pulvrige Flächen von Gips. Dieser entsteht durch die Reaktion von austretender Schwefelsäure und Kalkstein. Ständig ist ein Brodeln und Zischen aus den schwefelumlagerten hellgelben Fumarolen zu hören. Die Temperatur der ausströmenden Gase kann zwischen 200 und 800 Grad Celsius liegen. Bei einigen größeren Vulkanschloten hört es sich an, als ob ein Luftkompressor darunter arbeitet. Wer mit der Nase zu dicht herankommt, kann das ausströmende Schwefeldioxyd riechen und es brennt ein wenig. Der Untergrund ist sehr trocken und teilweise sogar staubig. Auf White Island fällt nur 25% der Regenmenge, die in der Bay of Plenty niederschlägt und ist einer der trockensten Orte in Neuseeland.

Weiter geht es ins Innere des Kraters, hinter dem sich der höchste Berg der Insel, Mount Gisborne, mit 321m erhebt. Vor ihm liegt in einem großen Becken der hellgrüne qualmende Kratersee, der aus fast reiner Schwefelsäure besteht. Er ist zirka 100 m tief und seine Temperatur beträgt zurzeit 74 Grad Celsius. Das ist die höchste bisher gemessene Temperatur. Vor zwanzig Jahren ist dieses Becken mit dem Schlot entstanden und vor vier Jahren hat es angefangen, sich mit einem See aufzufüllen. Große Vulkanschlote, die sich am Boden befinden, stoßen heißen Dampf aus, der dann kondensiert und diese Flüssigkeit bildet. Vor drei Jahren füllte er sich pro Woche mit über 30cm an und verlangsamte seinen Anstieg dann. Es kam zu keinem direkten Überlauf. Es bildeten sich vier kleine Bäche, die in der näheren Umgebung des Kratersees entstanden. Zwei davon sind bereits wieder ausgetrocknet und die warmen Farben der mineralischen Ablagerungen erscheinen wie gemalt. Der Flüssigkeitsstand des Sees sinkt mehr und mehr ab, da durch die hohe Temperatur viel verdunstet. Der Kratersee ist kaum zu sehen, da die aufsteigenden Dämpfe die Sicht beeinträchtigen und gleichzeitig in der Nase beißen. Auf dem Rückweg kommen wir an zwei rund ein Meter große Öffnungen vorbei, in denen kochender und brodelnder Schlamm vor sich hin blubbert. Egal wo man hinschaut, überall steigen Rauchwolken aus den umliegenden farbigen Gesteinswänden auf. In einem Bachbett kocht das fließende Wasser, das in einem Rinnsal zum schwarzen Sandstrand fließt.

Seit 1976 rangiert White Island auf Platz 1 der aktiven Vulkane in Neuseeland und er ist der einzige begehbare Meeresvulkan. Oberhalb des Meeresspiegels ist nur ein kleiner Teil des Unterwasservulkans zu sehen. Die höchste Erhebung ist der Mt. Gisborne mit 321m. Die Gesamthöhe beträgt zirka 760m vom Meeresboden. Der von Felswänden umrundete Kratersee liegt unterhalb des Meeresspiegels.

White Island gehört mit zu dem „Ring of Fire“ und ist der nördlichste Punkt der „Taupo Volcanic Zone“, die sich über Rotorua und Taupo bis in den Tongariro National Park zum Mount Ruapehu hineinzieht. Das Band ist zirka 20 bis 40 km breit, 240 km lang und liegt auf der Kollisionszone von der Indisch-Australischen und der Pazifischen Erdplatte. Auf der Nord- und Südinsel tauchen beide Platten in entgegengesetzter Richtung untereinander ab. Dadurch entsteht ein instabiles geoaktives Zentrum seismischer und vulkanischer Energie. Gesteinsmassen tauchen hinab zum Erdinneren, schmelzen und kommen als glutflüssiges Magma oder Lava wieder an die Oberfläche.

Die gesamte Insel wird von GNS, einer Regierungsbehörde, mit Messgeräten und Kameras überwacht und regelmäßig besucht. Allerdings kann kein Forscher vorhersagen, was einmal passieren wird. Vor vielen Jahren befand sich schon einmal ein Kratersee auf der Insel, der dann von heute auf morgen verschwunden, bzw. versickert, ist.

Bei einer Eruption im März 2000 schleuderte er ein Asche-Schwefelgemisch 5 km in die Höhe. Es entstanden drei neue Öffnungen im Hauptkrater. Die herauskatapultierte feine graue Asche bedeckte die gesamte Insel. Im Juli kam es zu einer erneuten Eruption, die einen neuen großen Krater bildete. Die Landschaft verändert sich enorm nach solchen Ausbrüchen.

Die Überreste der alten Schwefelmine, die in den 30-iger Jahren geschlossen wurde, sind noch nicht verfallen. Der hohe Anteil der Kohlenstoff- und Schwefeldioxyde in der Luft verhindert eine Korrosion. Holzreste und Reifen von einem Trecker sind sehr gut erhalten; Stahlgeräte, wie ein großes Zahnrad, sind korrodiert.
Innerhalb des Kraters gibt es kein Pflanzenleben. Auf dem äußeren Rand befand sich ein Wald aus Pohutukawa Bäumen, auch Christmas tree genannt. Nach der Eruption in 2000 starben diese Bäume ab. Die blattlosen Gerippe stehen heute an Ort und Stelle, da ein Verwesungsprozess nicht einsetzen kann: die dioxydreiche Luft bewahrt sie vor dem Zerfall. Die warme weiche, teilweise poröse Erde unter den Schuhen ist bei jedem Tritt zu spüren. Egal wo man hinschaut, überall steigen Rauchwolken aus den umliegenden farbigen Gesteinswänden auf. In einem Sandbett kocht das fließende Wasser, das in einem Rinnsal zum schwarzen Sandstrand fließt. >

INFOS
Trip per Helikopter dauert zirka 2 bis 3 Stunden, davon 1 Stunde Inselführung.

Volcanic Air Safaris, City Lakefront, Memorial Drive, Rotorua, E-Mail: info@volcanic.co.nz, Internet: www. Volcanicair.co.nz, Telefon: 07 348 9984

HELiPRO, Te Puia, Hemo Road, Rotorua, Internet: www.helipro.co.nz, Telefon: 07 357 2512

Vulcan Helicopters, Whakatane Airport, Internet: www.vulcanheli.co.nz, Telefon: 07 308 4188


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Last updated 23 April 2009


Foto: White Island, aktiver Vulkan im Meer

Foto Christiane TeAkau: Mit tiefem Grollen steigt überall Dampf auf

Foto Ch. TeAkau: Eine Sulfur-Mine ist längst aufgegeben

Foto Ch. TeAkau: Schwefelkristalle am Kraterrand

Das Meeresleben um White Island ist sehr vielfältig und variantenreich. Die Wassertemperatur beträgt im Sommer 24 Grad Celsius und im Winter 14 Grad Celsius. Ein warmer Tummelplatz für viele große und kleine Fische, wobei der Blaue Maomao und am meisten vertreten ist. Angeltrips und Tauchausflüge sind von Whakatane aus möglich.

Diese faszinierende und unvergessliche Wanderung über den aktiven Vulkan, die mit einer Mondwanderung verglichen werden kann, sollte man sich nicht entgehen lassen! Mitzubringen sind am besten Wanderschuhe, eine Flasche Wasser, Sonnenschutz und eine Kamera! Christiane TeAkau

WHITE ISLAND TOURS-INFOS

Trip per Boot dauert zirka 6 Stunden, davon 2 Stunden Inselführung.

White Island Tours, 15 The Strand East, Whakatane, E-Mail: info@whiteisland.co.nz, Internet: www.whiteisland.co.nz, Telefon: 07 308 9588 oder kostenfrei in Neuseeland: 0800 733 529. White Island Tours >





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